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Wir haben eine gute Chance
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat dem Autobauer Opel staatliche Hilfe bei der Suche nach einem Investor versprochen. Mit Bürgschaften werde man eine Brücke in die Zukunft bauen, sagte Merkel vor rund 3.000 Opelanern in Rüsselsheim.
"Es geht um ein tragfähiges Konzept für die Zukunft", sagte die Kanzlerin nach ihrem Besuch der Fertigungshalle für den neuen Opel Insignia. Opel müsse auf Füße gestellt werden, die nicht zusammenbrechen wie ein Kartenhaus. "Deshalb müssen wir alles daran setzen, um einen Investor zu suchen", betonte die Kanzlerin.
Der Besuch bei Opel war bereits im August 2008 vereinbart worden, erhielt aber durch die Krise von Opel eine ganz besondere Bedeutung.
Seit 1862 schlägt das Herz von Opel in Rüsselsheim. Zunächst entstanden dort Nähmaschinen, dann Fahrräder und seit 110 Jahren werden Autos gebaut. Heute fertigen die Beschäftigten im Stammsitz den Opel Insignia, das Auto des Jahres 2009.
Der amerikanische Präsident Barack Obama hatte gestern General Motors 60 Tage Zeit gegeben, um einen neuen Strukturierungsplan aufzusetzen. Das seien 60 Tage an denen an einem zukunftsfähigen Konzept gearbeitet werden müsse. Und 60 Tage, an denen die Bundesregierung verhandeln könne. "Und die werden wir nutzen", machte Merkel klar.
Verhandlungsteam wird deutsche Interessen vertreten.
In der Zeit müsse der Grundstein gelegt werden, "um Opel Europa zu kreieren". Dazu müsse man sowohl große gemeinsame Anstrengungen mit der amerikanischen Regierung unternehmen als auch einen Beitrag von GM einfordern.
Um das zu erreichen, werde die Bundeskanzlerin ein Verhandlungsteam zusammenstellen. Es wird aus Vertretern von Bund und Ländern, aber auch aus Investmentbankern und Wirtschaftsfachleuten bestehen. Dieses Team werde die deutschen Interessen gegenüber der US-Regierung und General Motors vertreten.
Vorne ist, wer auf Innovationen setzt
Von ihrem Rundgang, insbesondere im Entwicklungszentrum von Opel, zeigte sich Merkel beeindruckt. "Das Entwicklungszentrum ist Gold wert", war sie überzeugt. "Es wird das Herz dessen sein, was Opel in Zukunft ausmacht". Denn in dieser Wirtschaftskrise würden die Karten neu gemischt. Und vorne sei, wer auf Innovation setze.
Sie habe bereits eine Einladung von Opel für das Jahr 2012, sagte die Kanzlerin zum Abschluss ihrer Rede. Dann hoffe sie, ein stolzes, wirtschaftlich gut gehendes und geliebtes Unternehmen zu finden. Doch dafür müsse man noch sehr hart arbeiten. "Aber wir haben eine gute Chance", sagte sie.
Opel ist die Tochter des in die Krise geratenen US-Konzerns General Motors (GM). GM hat der US-Regierung ein Sanierungskonzept vorgelegt, das diese aber für unzureichend hielt. US-Präsident Barack Obama hat die Pläne zurückgewiesen und den GM-Chef Rick Wagoner zum Rücktritt gedrängt. Der Nachfolger Fritz Henderson hat nun 60 Tage Zeit, um ein neues Sanierungskonzept vorzulegen.
Diese Zeit will auch die Bundesregierung nutzen, um an Lösungen für Opel zu arbeiten und einen Privatinvestor für den Autobauer zu finden. Lösungen müssen hinsichtlich Patente und Kapitalanteile gefunden werden. So soll Opel weiterhin Zugriff auf Patente der Muttergesellschaft erhalten. Auch die Einbringung von GM-Kapitelanteilen an einer neuen europäischen, unabhängigen Gesellschaft soll im Insolvenzfall vom GM Bestand haben. Alle diese Lösungen können aber erst gefunden werden, wenn endgültig klar ist, wie es mit dem Mutterkonzern weiter geht.
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v.l.n.r.:
Franz Josef Jung, Bundesminister
der Verteidigung;
Roland Koch, Hessischer Ministerpräsident, Klaus Franz, Opel-Gesamt-betriebsratsvorsitzender;
Dr. Angela Merkel, Bundekanzlerin;
Hans H. Demant,
Opel-Deutschland;
Carl-Peter Forster,
Opel-Chef des Europageschäfts
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Gieltowski übergibt Unterschriften an Angela Merkel
Überwältigende Resonanz hat die Aktion "Klare Perspektive für Opel und die Region" gefunden. Innerhalb von nur zwei Wochen haben 91.000 Menschen den Aufruf an die Bundesregierung unterzeichnet. Oberbürgermeister Stefan Gieltowski hat heute eine symbolische Menge an Unterschriften an Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel übergeben. Die großen Pakete mit der Hauptmenge der Unterschriftenlisten werden morgen per Kurier dem Bundeskanzleramt zugestellt. Die Bundeskanzlerin hat sich im Rahmen ihres Besuchs bei Opel auch in das Goldene Buch der Stadt Rüsselsheim eingetragen.
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