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Landesausstellung „Georg Büchner
– Revolutionär mit Feder und Skalpell“

Die am 13. Oktober 2013 eröffnete Landesausstellung im darmstadtium zeigt ist eine umfassende und beeindruckende multimediale Präsentation zu Leben und Werk des Dichters, Revolutionärs und Naturwissenschaftlers Georg Büchner (1813-1837).
Das Projekt mit einem Budget von zwei Millionen Euro, über 400 Ausstellungsobjekten, 612 Seiten Katalog und einer eigens für das darmstadtium entwickelten Ausstellungsarchitektur ist eine Zusammenarbeit des Instituts Mathildenhöhe Darmstadt mit der Büchner-Forschungsstelle Marburg.
"Die Ausstellung nimmt als Höhepunkt der Gedenkjahre den „Kosmos Büchner“ in den Blick, die ganze Bandbreite eines Genies, das mit seiner Strahlkraft weit über Landesgrenzen und Zeitgrenzen hinweg Bedeutung erlangte. Hessen ist stolz auf Georg Büchner" hebt Eva Kühne-Hörmann, Hessische Ministerin für Kunst und Wissenschaft, hervor. Wie Ausstellungskurator Dr. Ralf Beil betont, stellt Büchner in seinen Schriften Fragen von brennender Aktualität. Mehr noch: Er spricht, obwohl vor 200 Jahren geboren, unsere Sprache. Wer war dieser Mensch, der bis heute gültige Grundeinsichten formuliert, mit gleicher Begeisterung einen revolutionären Umsturz, philosophische Studien und naturwissenschaftliche Forschungen betrieben und – gewissermaßen nebenbei – Weltliteratur geschrieben hat? Was hat der Autor von „Woyzeck“, „Lenz“ und „Danton’s Tod“ gesehen? Was hat er gehört? Was hat er gelesen? Welche Menschen haben ihn geprägt?

Ein neuer Blick auf Büchner
Es geht in dieser Ausstellung um nicht weniger als einen neuen Blick auf Büchner. Die suggestive Inszenierung von Leben und Werk mit Originalmanuskripten, Multimedia-Installationen, Gemälden, zeithistorischen Objekten, Filmprojektionen und Hörstationen lässt die Besucher sowohl räumlich als auch gedanklich in Büchners Welt eintauchen. „Wir stellen Büchners Wort aus. Wir zeigen, was Büchner gesehen hat. Wir bringen zu Gehör, was Büchner gehört hat. Und wir erschließen neue Tiefendimensionen der Texte Büchners, indem wir sie mit dem ihnen zugrunde liegenden Bildreservoir aus Literatur, Wissenschaft, Natur- und Kunstgeschichte kurzschließen“, so der Kurator Ralf Beil.

Der Schreibstratege bei der Arbeit
Zudem eröffnet die Ausstellung erstmals die faszinierende Möglichkeit, diesem großen Schreibstrategen der Weltliteratur bei der Arbeit zuzuschauen. Dank eigens für die Ausstellung realisierter Filme und Medientechnik können Büchners Forschungen und Textmontagen unmittelbar nachvollzogen und für heutige Augen erschlossen werden. Der zeitliche Bogen des kulturhistorisch-biografischen Panoramas spannt sich von der Völkerschlacht bei Leipzig, an deren zweitem Tag Büchner geboren wird, bis hin zur Rezeption des Revolutionärs mit Feder und Skalpell in Literatur, Musik, Politik, Theater- und Filmkunst unserer Tage. Georg Büchner, sein Werk und seine Zeit werden lebendig – als früher Spiegel der bis in unsere Gegenwart fortwirkenden Moderne.


Literaturhistorische Sensationen

Eine literaturhistorische Sensation ersten Ranges ist die Präsentation der wieder aufgetauchten Zeichnungen und des Tagebuchs von Büchners Freund Alexis Muston. Sie können dank der großzügigen Leihgabe des Frankfurter Goethe-Hauses zum ersten Mal überhaupt einer größeren Öffentlichkeit vorgestellt werden. Bislang waren nur schlechte Schwarz-Weiß-Fotografien dieser Porträts bekannt, die Werke selbst galten bis vor wenigen Wochen als verschollen und wurden nun im französischen Privatbesitz wieder aufgefunden. Auch das bereits im Frühjahr neu entdeckte Büchner-Porträt mit Notenblatt von August Hoffmann aus dem Jahre 1833 wird erstmals in einer Ausstellung gezeigt. Es wird in dem eigens entwickelten Ausstellungskapitel „Rollenspiele
der Liebe“ präsentiert werden und für eine signifikante Erweiterung des bisherigen Büchner-Bildes sorgen.

Ausstellungsarchitektur
Eine besondere Herausforderung dieses hoch ambitionierten Projekts waren die räumlichen Rahmenbedingungen: Wegen der Sanierung des Ausstellungsgebäudes Mathildenhöhe findet die Ausstellung in eigens ausstellungstechnisch hergerichteten Räumen des darmstadtiums statt. Kurator Dr. Ralf Beil: „Es waren die aufwendigsten Ausstellungsvorbereitungen meines Lebens – der ertüchtigte Hauptsaal hat nicht eine gerade Wand. Wir haben Emporen, Zimmer, Korridore und riesige Raumpodeste gebaut, um jeden Quadratmeter des Saals zu bespielen. Die Büchner-Ausstellung umfasst insgesamt rund 1000 Quadratmeter. Die bisherige Lounge dient mit 300 m2 als Entrée sowie als großes Finale der Ausstellung. Hier wird das Kapitel „Woyzeck und die Folgen“ mit eindrucksvollen Videoprojektionen, Bühnenbildern und Szenenfotos, Originalkostümen, Marionettenpuppen, Büchner-Comics sowie Musikeinspielungen zu erleben sein. Einen Stock höher eröffnet sich auf den 700 m2 Büchners Welt – von seiner Geburt 1813 bis zu seinem frühen Tod im Schweizer Exil 1837.

Panorama
Rund 400 Objekte vereinen sich zu einem einmaligen Panorama von Büchners Leben und Werk, das neue Blicke und Perspektiven auf den Revolutionär, Naturwissenschaftler und Schriftsteller ermöglicht. Gemälde, Zeichnungen und Grafiken von Caspar David Friedrich, Jacques Louis David und Rembrandt, Karikaturen von Daumier, Originalmanuskripte und Lebenszeugnisse von Georg Büchner, Guillotine und Druckerpresse, anatomische Objekte, Skulpturen, Tierpräparate, optisch-physikalische Instrumente, historische Automaten, Klanginstallationen, Multimediastationen zu Büchners Schreibstrategien und vieles mehr erwarten die Besucher. Ein besonderer Höhepunkt der Schau ist die Rekonstruktion des Zürcher Sezier-, Schreib-, Schlaf- und Sterbezimmers von Büchner, das durch die darin aufgefundenen Manuskripte zu einer Schatzkammer der Weltliteratur wurde. Buchstäblich auf fünf mal drei Quadratmetern kulminiert hier Büchners Leben, Tod und Wirkung.

Audioguide
„Man muss nur Aug und Ohren dafür haben“, lässt Georg Büchner Lenz im Kunstgespräch sagen. In dieser Ausstellung ist Büchner mit allen Sinnen zu erleben. „Die Schau ist ein einziges großes Mosaik, eine dreidimensionale Bild-, Ton- und Textcollage auf den Spuren von Büchners Leben und Werk. Sie ist der Versuch, dem Menschen Büchner und seinen Erfahrungen so nahe wie möglich zu kommen“, so der Ausstellungskurator. Der Audioguide mit 128 Text- und Toneinspielungen – Klängen, die Büchners Leben begleiteten, sowie Büchners Originaltexten, gelesen u.a. vom Schauspieler Max von Pufendorf und Helge Heynold in Zusammenarbeit mit hr2-kultur und produziert von tonwelt, Berlin – ist deshalb integraler Bestandteil dieses außergewöhnlichen Großprojekts zur Kulturgeschichte der Literatur, Politik und Naturwissenschaft um 1800.

 





Ausstellungskurator
Dr. Ralf Beil,
Direktor Institut Mathildenhöhe Darmstadt

Ausgestellte Werke
Rund 400 Exponate: Videoprojektionen, Bühnenbilder, Szenenfotos, Originalkostüme, Marionettenpuppen, Comics, Musikeinspielungen, Gemälde, Zeichnungen und Grafiken von Caspar David Friedrich, Jacques Louis David und Rembrandt, Karikaturen von Daumier, Originalmanuskripte und Lebenszeugnisse von Georg Büchner, Guillotine und
Druckerpresse, anatomische Objekte, Skulpturen, Tierpräparate, optisch-physikalische Instrumente, historische Automaten, Klanginstallationen sowie Multimediastationen zu Büchners
Schreibstrategien.

Audioguide
Mit 128 Text- und Musikeinspielungen, von Klängen, die Büchners Leben begleiteten, über Briefzeugnisse, gelesen vom
Schauspieler Max von Pufendorf, sowie Quellentexte, gelesen von Helge Heynold von hr2-kultur

Ausstellungsfläche
1000 Quadratmeter auf mehreren Ausstellungsebenen:
700 qm im Saal ferrum, 300 qm in der Lounge

Ausstellungsarchitektur
Spannungsreicher Parcours mit Emporen und Raumpodesten,
Familienzimmer mit eigens für die Schau entworfener Tapete,
Revolutionsplatz, Lenz-Tunnel sowie Rekonstruktion des Zürcher
Sterbezimmers

Ausstellungsort
darmstadtium Wissenschafts- und Kongresszentrum Darmstadt,
Schlossgraben 1, 64283 Darmstadt

Ausstellungsdauer
13. Oktober 2013 bis 16. Februar 2014

Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag 10 – 18 Uhr
Donnerstag 10 – 21 Uhr

Öffentliche Führung
Donnerstag 18 Uhr
Samstag 15 Uhr
Sonntag 11 und 15 Uhr
3 Euro zzgl. Museumseintritt

Sonderführungen
mathildenhoehe@darmstadt.de
T +49 (0) 6151 13 27 78

Eintritt
inklusive Audioguide
10 Euro / 8 Euro ermäßigt
Familienkarte: 20 Euro
(zwei Erwachsene mit Kindern)

darmstadtium
Tel.: 06151/7806-0


Katalogbuch
Zur Ausstellung erscheint das umfassende Katalogbuch „Georg Büchner – Revolutionär mit Feder und Skalpell“, ein Büchner-Kompendium in Wort und Bild, herausgegeben von Ralf Beil und Burghard Dedner im Hatje Cantz Verlag, mit Essays von Ralf Beil, Arnd Beise, Roland Borgards, Dietmar Dath, Burghard Dedner, Kurt Drawert, Nora Eckert, Michael Hagner, Ariane Martin, Peter von Matt u.a. sowie literarischen und philosophischen Texten u.a. von Ludwig Börne, Luise Büchner, Elias Canetti, Paul Celan, René Descartes, Rudi
Dutschke, Durs Grünbein, Elfriede Jelinek, Karl Marx, Robert Musil, Alexis Muston, Thomas Mann, Heiner Müller, Antonio Saura und Robert Walser, Gestaltung Koma Amok, Hardcover, 30 x 24,5 cm, 612 Seiten, über 400 Abbildungen, € 58 in der Ausstellung.



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Ausstellung
Georg Büchner
Revolutionär mit Feder und Skalpell

Adresse
64283 Darmstadt,
Wissenschafts- und Kongresszentrum darmstadtium,
Schlossgraben 1

13. Oktober 2013
bis
16. Februar 2014

Tiefgarage
Einfahrt-
möglichkeiten:
Alexanderstraße oder über Schlossgarage / Karolinenplatz.
(Von dort ist der weitere Weg zur Tiefgarage darmstadtium ausgewiesen)

vorhanden.

Die Ausstellung ist für Rollstuhlfahrer/
innen geeignet.


ÖPNV
Hauptbahnhof – bis
Haltestelle Schloss
Straßenbahnlinie: 2 und 3
Buslinie: F, H, K, K55, K56, K85, 671, 672, 673, 674, 677,
678, 681, 682, 684 und 693

Ostbahnhof
Buslinien K 55 und L (Richtung Hauptbahnhof) bis
Haltestelle Schloss

Flughafen Frankfurt
Terminal 1, Tor 3 und
Terminal 2.
Schnellbus nach Darmstadt (AirLiner),
bis Hauptbahnhof (weiter siehe oben)



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