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Fauchende Gila Monster
- schwirrende Insekten
- kletternde Huftiere
Eine Fülle sensationell gut erhaltener Fossilfunde, die von Wissenschaftlern des Senckenberg Forschungsinstituts Frankfurt aus den Ablagerungen des einstigen Maarsees in der Grube Messel geborgen wurden, belegen, dass das heutige UNESCO Weltnaturerbe vor 47 Millionen Jahren deutlich anders aussah. Die eozäne "Messelwelt" war exotisch bunt und artenreich.
Bei den sytematisch durchgeführten Grabungen des Forschungsinstituts Senckenberg werden pro Jahr durchschnittlich 3000 fossile Überreste dieser Zeit aus den Ölschieferplatten der Grube Messel geborgen. Einige repräsentative und besonders gut erhaltene Tiere der in den Jahren 2007 und 2008 freigelegten Messelarten wurden im März 2009 der Öffentlichkeit vorgestellt.
Bullbeißer der Echsenwelt
Als früher Vertreter der Krustenechsen ( Helodermatidae ) konnte eine etwa 50 Zentimeter lange Echse identifiziert werden. Die seit der Kreidezeit bekannte Familie, zu deren nahen Verwandten die heute im Südwesten der USA vorkommenden Gila-Monster gehören, gilt wegen ihrer Giftigkeit als Bullbeißer der Echsenwelt. Auch das in Messel gefundene Skelett zeigt schon die typischen Giftrinnen an den Zähnen, die neben der Form des Unterkiefers darauf schließen lassen, dass auch diese Art bereits Giftstoffe produziert hat. "Von den Untersuchungen der Extremitäten und weiteren chemischen Analysen der Knochensubstanz erhoffe ich mir neue Erkenntnisse zur Evolution dieser einzigartigen Echsenart, die wahrscheinlich durch das während des Eozäns vorherrschende Klima bis nach Europa ausgewandert ist", erklärt Dr. Krister Smith. Der junge Reptilienexperte aus den USA hat schon als Schüler ein besonderes Interesse für die rosarot gefleckten Nachfahren der urzeitlich anmutenden Tiere entwickelt.
Prächtige Käfer – webende Ameisen – blattschneidende Bienen
Ein zur Familie der Bupestridae gehörender, metallisch schimmernder Prachtkäfer, der zur Gattung Psiloptera gehört, zeigt auch nach 47 Millionen Jahren noch eine hübsche Färbung. „Die schillernde
Buntheit beruht auf den Strukturfarben und entsteht durch Lichtbrechung an den verschiedenen
Schichten des in den Flügeln vorhandenen Chitins“, erläutert Dr. Sonja Wedmann. Die rezenten Vertreter
der Gattung sind aus unseren Breitengraden verschwunden und kommen heute nur noch in den Tropen vor.
Unter den Insektenfunden des Jahres 2007 befindet sich auch eine Weberameisen-Königin, die während ihres Hochzeitsflugs in den ehemaligen Messelsee gestürzt und dort ertrunken ist.
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