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Königlich speisen -
während der Spargelzeit
Der Spargel übt schon seit Jahrhunderten auf viele Feinschmecker in allen Erdteilen eine große Faszination aus.
Vielfältig sind die Vergleiche mit denen der Spargel belegt wird:
"Königliches Gemüse"
"Essbares Elfenbein"
"Frühlingsluft in Stangen".
Geschichte
Offensichtlich haben schon die "alten Griechen" den Spargel gekannt.
Nicht so sehr als Gemüse, vielmehr als Verwendung in der
Medizin, wie es der Arzt Hippokrates aus Kos (ca. 460 – 370
v. Chr.) erwähnte. Die Römer haben den Spargel kultiviert.
Dies geht aus einer Beschreibung von Marcus Portius Cato (234
– 149 v. Chr.) über den Anbau von Spargel hervor. In
Frankreich und England war der Spargelanbau schon zu Beginn des
16. Jahrhunderts verbreitet. Anfang des 17. Jahrhunderts entstanden
in Deutschland erste Anbaugebiete. Es wurde wohl überwiegend
der grüne Spargel angebaut, wie aus alten Überlieferungen hervorgeht.
Über Norddeutschland setzte sich der weiße Bleichspargel
auch im übrigen Deutschland durch. Noch bis ins 19. Jahrhundert
sagte man dem Spargel Heilwirkung nach. Er war im amtlichen Arzneibuch
vermerkt und musste deswegen in Apotheken geführt werden.
Pflanze
Spargel ist eine einkeimblättrige Staude, die zu den Liliengewächsen
gehört. Die zu den Spargelgewächsen gehörende Gattung
Aspáragus umfasst ca. 300 Arten. Der Anbau von Spargel
findet auf allen Kontinenten statt.
Die aus Samen gezüchtete Spargelpflanze wird
im Frühjahr 20 bis 22 cm tief und in einem Abstand von 30 Zentimetern in die Erde gesetzt. Pro Hektar rechnet man bis zu 15.000 Pflanzen. Man lässt ihn im ersten Jahr wachsen und Spargelkraut bilden.
Im zweiten Jahr darf von jeder Pflanze nur eine Stange geerntet werden. Diese Saison dauert nur ca. 10 Tage. Im dritten Jahr kann die Spargelanlage schon etwa 30 Tage geerntet werden. Ab dem vierten Standjahr ist eine Ernte bis zum 24. Juni möglich.
Eine Spargelanlage kann, je nach Intensität der Nutzung, zwischen acht und zehn Jahre genutzt werden.
Spargel, mit einer Wurzellänge von bis zu 1,20 Metern, werden in Reihen angepflanzt. Der Reihenabstand beträgt mindestens 1,60 Meter. Zum Ernten der Spargelstangen wird über den Pflanzenreihen ein Damm (Balken) errichtet. Dieser muss immer genau über der Spargelpflanze liegen.
Damit diese Spargelsprosse weiß bleibt, muss sie bis zur Ernte mit Erde bedeckt sein. Der Ertrag liegt bei 5.000 bis 8.000 Kilogramm pro Hektar.
Inhaltsstoffe (Bleichspargel)
des
köstlichen und kalorienarmen Spargels (von 100 Gramm):
93,6 g Wasser
2,9 g Kohlenhydrate
1,9 g Eiweiß
0,1 g Fett
0,8 g Rohfaser
1 mg Eisen
20 mg Magnesium
21 mg Calcium
21 mg Vitamin C
46 mg Phosphor
207 mg Kalium
18 kcal (74 kj)
Grünspargel
Wie der weiße gehört auch der grüne Spargel zur Familie der Liliengewächse und trägt auch den Namen "Asparagus officinales".
Im 17. Jahrhundert galt er bei Hofe und in Klöstern als bevorzugte Gemüseart.
Die Färbung entsteht durch die unterschiedliche Anbaumethode. Der Bleichspargel wird in Erdwällen gezogen damit er sich nicht durch Lichteinwirkung verfärbt. Der Grünspargel hingegen sprießt auf ebenerdigen Böden oberirdisch. Er gedeiht überall dort gut, wo der Boden sehr feucht und schwer ist.
Hauptanbaugebiete sind Baden und die Pfalz, neben einigen Regionen in Niedersachsen und im Münsterland.
Die Inhaltsstoffe sind ähnlich denen des Bleichspargels, jedoch enthält er doppelt soviel Vitamin C (45 mg auf 100 g)
Auf den
Grünspargel entfallen etwa 5% der Anbauflächen.
Violetter Spargel
Etwa 0,1% der Anbauflächen entfällt auf diesen Spargel. Die komplette Spargelstange ist dunkelviolett. Er hat einen noch intensiveren Geschmack als der grüne Spargel.
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Bodenbeschaffenheit
Die meisten Arten haben sich trockenen Standorten gut angepasst. Die Laubblätter sind stark zurückgebildet. Dadurch wird der Wasserverlust durch Verdunsten minimiert. Die tiefen und weitreichenden Wurzeln, die neben der Wasseraufnahme auch als Speicherorgan für Nährstoffe dienen, sind mit ein Indiz für die Anpassung. Für den Anbau werden leichte wasserdurchlässige Sandböden bevorzugt.
Überwintern
Beim Spargel überwintert nur der Wurzelstock.
Die Stängel mit den Ästen, Blättern und Scheinblättern
sterben ab.
Am Wurzelstock bilden sich im Herbst zahlreiche Knospen. Aus diesen
bilden sich im Frühjahr neue Sprossen, die Spargelstangen.
Diese beginnen bei einer Bodentemperatur von ca. 12 Grad Celsius
zu wachsen.
Ernte
Die Ernte beginnt, wenn sich der Boden auf etwa 16
Grad erwärmt hat. Dies ist meist Ende April. Die Saison dauert
bis zum 24. Juni (Johanni). Danach wird der Pflanze Gelegenheit
gegeben, sich zu regenerieren. Die verbliebenen Sprossen wachsen
weiter und bilden Spargelgrün (Spargelkraut). An den weiblichen
Pflanzen bilden sich rote Beerenfrüchte aus, die aber zum Verzehr
für den Menschen nicht geeignet sind.
Anbauflächen
In
Deutschland wird auf ca. 12.000 Hektar Fläche Spargel angebaut.
Davon entfallen auf Hessen etwa 2.024 Hektar (1992: etwa 1.510 Hektar) und auf den Kreis
Groß-Gerau etwa 420 Hektar (Stand 2007), wo sich auch die meisten der
ca. 300 Spargelhöfe Hessens befinden.
Spargeltage Gerauer Land
Spargelaus dem Gerauer Land, erntefrisch vom Acker und gekonnt zubereitet, das ist Lebensfreude pur.
Die Spargeltage Gerauer Land wurden
1995 von Landrat Enno Siehr aus der Taufe gehoben. Längst sind sie zu einem Markenzeichen des Kreises Groß-Gerau geworden, das für Lebensfreude, Lebensgenuss und Lebensqualität pur steht.
Spargelerzeuger, Gastwirte, Kulturschaffende, Vereine und Verbände aber auch der Kreis selbst und viele Kommunen verwandeln von Ende April bis zum 24. Juni mit vielfältigen Aktivitäten das Land in ein „Spargelland“. Restaurants und Spargelerzeuger geben ihr bestes, um auch anspruchsvolle Gaumen zu verwöhnen.
Im Kreis Groß-Gerau werden die Spargeltage
mit einer traditionellen Spargelgala eröffnet. Zur Verarbeitung für diese Gaumenfreude kommen etwa 400 bis 450 Kilogramm Spargel (Faustregel: etwa 1 Kilogramm Spargel pro Person für das Hauptgericht).
Alle Informationen
www.spargeltage.de
Bilanz 2007 im Kreis Groß-Gerau:
Geerntet wurden etwa 2000 Tonnen des weißen (und grünen) Goldes.
Es waren etwa 1980 Erntehelfer im Einsatz (etwa 80% Polen und je 10% Kroaten bzw. Slowenen und Rumänen).
Alle Veranstaltungen während der Spargeltage waren ausverkauft.
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