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Störche in Groß-Gerau

Der Weißstorch
Der Weißstorch (Ciconia ciconia) ist ein ausgezeichneter Gleit- und Segelflieger. Er diente einst Lilienthal als Vorbild für seine Flugmodelle. Die zu den Zugvögeln zählenden Weißstörche haben eine Flügelspannweite von ca. zwei Metern. Man sieht die Störche in Mitteleuropa meist nur während der Brutzeit. Im Süden von Groß-Gerau, an und in der Fasanerie sowie im und am Vogelpark in Biebesheim, kann man die Störche gut beobachten. Sei es im Flug zu den Futterplätzen, im Anflug auf ihren Horst, im Horst selbst oder majestätisch stolzierend in den Wiesen bei der Futtersuche. Einige Störche überwintern auch in unserer Region. Es handelt sich dabei meist um Störche, die hier angesiedelt wurden, sich ihr Futter in der Regel aber selbst suchen.

Der Storch steht schon seit langem unter Naturschutz. Trotzdem geht der Bestand insgesamt weiter zurück. Dies liegt auch daran, dass ihre natürlichen Futterplätze, wo sie ihre Beute durch Anpirschen erjagen, weiter zurück gehen. Außerdem ist die Unfallrate, insbesondere bei den Jungstörchen, durch Hochspannungsleitungen sehr hoch.

Ein Gelege umfasst in der Regel drei bis fünf schneeweiße Eier, die von beiden Partnern abwechselnd bebrütet werden. Die Jungstörche schlüpfen nach 33 Tagen und verlassen bereits nach ca. 60 Tagen das Nest.

Das Nest aus Ästen kann einen Durchmesser von bis zu zwei Meter haben und bis zu vier Meter hoch und zwei Tonnen schwer sein.

Storch während des Fluges

Maße:
Größe: etwa 80 cm (stehend)
Gewicht: 2.600 bis 4.500 Gramm
Schnabellänge: 15 - 19 Zentimeter
Flügelspannweite: bis zu 2 Meter
Alter (Durchschnitt): 8 - 10 Jahre

Zug der Störche
Die Störche sind sog. Langstreckenzieher. Die im westlichen Europa lebenden Störche ziehen im Herbst in größeren Trupps meist über Gibraltar, die in Osteuropa beheimateten Störche über den Bosporus in die Winterquartiere zwischen der Sahara und Südafrika.
Viele der Störche fliegen vermutlich nur bis nach Spanien, ohne das Mittelmeer zu überqueren. Hier ist das Nahrungsangebot ausreichend.
Mitte/Ende August ziehen zuerst die Jungvögel gen Süden. Etwa zwei Wochen später folgen die Altvögel. Diese sind wegen der Brutpflege und der dauernden Nestreparaturen meist abgemagert und nutzen die Zeit zwischen dem Abflug der Jungstörche und dem eigenen Abflug zur intensiven Nahrungsaufnahme und zur Bildung von Reserven, um den anstrengenden Flug bewältigen zu können.
Die Männchen kehren meist ab Anfang April vor den Weibchen zurück und versuchen die Nester vom Vorjahr zu besetzen. Dabei kann es zu heftigen Kämpfen mit anderen "Besetzern" kommen.

Nahrung
Die Nahrung der Frösche besteht meist aus Fröschen, Kleinsäugern (Mäuse), Eidechsen, Schlangen, Insekten, Regenwürmer und Fische, die sie auf Au-Wiesen und Feldern sammeln.

Frühlingsboten
Früher kündigte mancher Turmwächter den ersten Storch nach dessen Rückkehr aus dem Winterquartier lautstark an. Er galt als Symbol für Glück, Segen und auch für den Frühling. Das aus dem Altsächsischen stammende Wort „Adebar“ bedeutet „Träger“ oder „Bringer“. Dem kindgerechten Volksmund nach bringt der Storch das Neugeborene zu den Eltern.

Stehender Storch  im Horst
Müder Storch im Horst
Posierender Storch
Zerzauster Storch unmittelbar nach seiner Ankunft aus dem Süden
Storch auf Futtersuche
Storch im Vogelpark Biebesheim

Das Gerauer Land und die Störche
2003 wurden im Kreis Groß-Gerau 40 Brutpaare mit 104 Jungtieren gezählt.
2004 waren es ebenfalls 40 Brutpaare mit etwa 90 Jungstörchen.
2007
gab es insgesamt 54 Storchenpaare mit 128 Jungvögeln. Das sind in etwa so viele wie vor 100 Jahren und knapp die Hälfte des aktuellen hessischen Bestandes.
2009 gab es im Kreis Groß-Gerau 79 Brutpaare mit 208 Jungstörchen.

Somit ist fast jeder hundertste Storch ein GG-Storch. Seit etwa 15 Jahren segeln, klappern und brüten wieder Störche im Gerauer Land und im Hessischen Ried. Davor war der Weißstorch fast 25 Jahre aus der Landschaft Rhein, Main und Altneckar verschwunden. Anfang der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts kam mit dem ersten Dornberger Storchenpaar der Aufschwung. Seit damals baute man künstliche Nestunterlagen, montierte diese auf ausgedienten hölzernen Strommasten und stellte das künftige Storchenheim in die feuchten Niederungen.

Im Kreis Groß-Gerau existiert eine gut funktionierende Zusammenarbeit zwischen Naturschützern, Volkshochschulen, Kindergärten, Korbflechtern, Metallbauern und Stromversorgern beim Bau von künstlichen Nestunterlagen. Die meisten davon wurden von den Störchen angenommen und sind bewohnt. Beispielhaft wird hier die Entstehung eines Storchennestes (mit Fotostrecke)
auf einer Weide südlich des
Dornberger Schlosses beschrieben.

 

Störche

Webcam:
Storchennest
in Münster

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