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150 Menschen erinnern am Kornsand an NS-Verbrechen Rund 150 Menschen haben am Kornsand des sogenannten „Kornsandverbrechens“ gedacht. Die jährlich vom „Arbeitskreis Kornsand“ organisierte Gedenkfeier erinnert an die Opfer Cerry Eller, Johann Eller, Jakob Schuch, Nikolaus Lerch, Georg Eberhardt und Rudolf Gruber. Für den musikalischen Rahmen sorgte das Orchester der Jugendmusikschule Oppenheim und verlieh der Veranstaltung eine zusätzliche würdige Atmosphäre. Johanna Stein, Sprecherin des Arbeitskreises, zeigte sich bewegt von der großen Beteiligung. Diese sei ein deutliches Zeichen dafür, dass die Verbrechen nicht in Vergessenheit geraten – und zugleich Ausdruck einer lebendigen Erinnerungskultur und Menschlichkeit sind. Treburs Bürgermeister Jochen Engel sprach im Namen der Gemeinden Nierstein, Oppenheim und Trebur. In seiner Rede stellte er eine zentrale Frage: Wie werden aus „normalen“ Menschen Täter? Eine Frage, die nicht nur die Vergangenheit betreffe, sondern auch die Gegenwart – angesichts zunehmender Verrohung im öffentlichen Raum und in sozialen Medien. Die Hauptrednerin Martina Ruppert-Kelly, Leiterin der Gedenkstätte KZ Osthofen, erinnerte an den vielfach verfolgten SPD-Politiker Johann Beckenbach. Dieser war unter anderem im KZ Osthofen und im Lager Rollwald inhaftiert. Bereits 1980 hatte er am Kornsand eindringlich gefordert, insbesondere junge Menschen für die Auseinandersetzung mit den NS-Verbrechen und für eine Gedenkkultur zu gewinnen – ein Appell, der bis heute nachwirkt.
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Gedenkfeier 2019 |
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