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Justinuskirche in Frankfurt-Höchst

Erbaut 830 - 850
Die unter Denkmalschutz stehende katholische St. Justinuskirche in Frankfurt-Höchst ist mit den karolingischen und gotischen Bauelementen, der reichen Innenausstattung und den  außergewöhnlichen Kunstschätzen eine Sehenswürdigkeit.
Sie ist eine der ältesten Kirchen in Deutschland und der älteste noch im Zustand der Erbauungszeit erhaltene Kirchenbau im Stadtgebiet von Frankfurt.
Erbaut wurde sie in den Jahren 830 bis 850, während den Regierungszeiten von Ludwig dem Frommen (814-840) und seines Sohnes, Ludwig dem Deutschen (840-876).

Der Bau begann unter dem Mainzer Erzbischof Otgar (826-847) um 830. Er stiftete auch die eigens aus Rom beschafften Reliquien des heiligen Bekenners Justinus. Sein Nachfolger, Erzbischof Hrabanus Maurus (847-856) vollendete den Bau. Vermutlich wurde die Weihe zwischen den Jahren 847 und 856 durchgeführt.

Sie ist die einzige Basilika des 9. Jh. nördlich der Alpen, in der die Bauskulptur und der Raumeindruck des karolingischen Langhauses ungestört erhalten blieben. Sie verfügt über zwei vollständige Arkadenreihen mit original karolingischen Kapitellen und Kämpfern.

Justinusreliquien
1298 wurden die Justinusreliquien in die Stiftskirche St. Alban nach Mainz gebracht. Geweiht wurde daraufhin die Justinuskirche der Hl. Margarethe und hieß folgerichtig Margarethenkirche. Auf Initiative des Höchster Pfarrers Emil Siering (1841-1899) wurde die Kirche wieder nach Justinus benannt.

Benediktiner
Im Jahr 1090 wurde die Kirche als Priorat an die Benediktiner von St. Alban in Mainz übergeben, die diese 1419 aufgaben.

Städtische Pfarrkirche
Die jetzt städtische Pfarrkirche wurde bis 1435 an verschiedenen Stellen modernisiert.

Antoniter
Zunächst erfolgte 1432 die Einrichtung einer Sakristei, dann -nach Übernahme durch die Antoniter im Jahr 1441 (auf Veranlassung des Mainzer Erzbischof Dietrich von Erbach) - ab 1443 die Erneuerung des Chores, der Anbau von Kapellen und die Ausbildung der Nordseite als Fassade, wobei vom karolingischen Langhaus Säulenarkaden und Hochschiffswände sichtbar blieben. Sie blieb auch weiterhin die Stadtkirche von Höchst.

Den Antonitern (deren Kloster in Höchst 1802 aufgelöst wurde) sind zahlreiche Kunstwerke in der Kirche zu verdanken.

Der heilige Antonius (ein ägyptischer Einsiedler des 4. Jahrhunderts war Ordenspatron der Antoniter), eine lebensgroße Holzfigur von 1485, gilt als eines der bedeutendsten Werke der Bildhauerkunst des Mittelrheins aus der Zeit der spätgotischen Skulptur.

Die beiden Figuren des hl. Paulus von Theben und des hl. Antonius Eremita von der Hand des Steffan von Irlebach, die ursprünglich das von den Steinmetzen der Frankfurter Dombauhütte geschaffene Nordportal zierten,
befinden sich heute in der Taufkapelle im Inneren der Kirche.

Der von einem unbekannten Künstler erschaffene Kreuzaltar von 1485 wurde von dem Finanzverwalter (Kastenmeister) der Antoniter in Höchst, Wigandus von Grünberg, gestiftet.
Der Mittelteil zeigt die Kreuzigung Jesu auf einem so genannten "Volkreichen Kalvarienberg" nach den Kupferstichen des Martin Schongauer.
Die vier vorderen Seitenbildern der Flügel zeigen Szenen aus der Kreuzlegende: das Auffinden des Kreuzes durch die Kaiserin Helena um 330 n. Chr., die Rückführung des Kreuzes durch Kaiser Herklios nach Jerusalem im 7. Jahrhundert.

Der barocke Hochaltar, ursprünglich aus dem 15. Jahrhundert, wurde nie vollendet. Erst 1726 ersetzte der Mainzer Schreiner Johann Weiss mit einem monumentalen nussbaumfurnierten Altar in einer für die damalige Zeit typischen barocken Schauarchitektur den nicht vollendeten Altar. Das Altargemälde (4,25 x 2,85 m) zeigt die von Christoph Jung geschaffene Kreuzigungsszene. Der Frankfurter Bildhauer Uhrwercker schuf die überdimensionalen Plastiken vom hl. Josef mit dem Jesuskind und des hl. Antonius. Die sich oberhalb des Altarbildes befindliche hl. Margarethe mit Drachen stammt von dem Mainzer Bildhauer Johann Jakob Juncker (gestorben 1786). Martin Bieterich, ebenfalls aus Mainz, schuf die beiden kleineren der vier Engelsfiguren.

Erste Hinweise auf eine Orgel in der Justinuskirche stammen aus den Jahren 1454 und 1456. Vermutlich handelte es sich um eine Schwalbennestorgel an der Nordwand des Mittelschiffes.
Die jetzige 1740 fertig gestellte Orgel stammt von dem 1715 in Ettheimmünster geborenen Mainzer Orgelbauer Josef Anton Onimus. Bis nach 1945 erfolgten mehrere Anpassungen an den Zeitgeschmack, wobei die Orgel aber das ursprüngliche Klangbild verlor. 1987 und 1988 erfolgte in dem barocken Orgelprospekt der Einbau eines neuen Instruments. Sie erhielt wieder ihre Konzertqualität und ihr ursprüngliches Aussehen. Die Orgel hat 43 Register (Schleifladen) auf drei Manualen und Pedal. Spieltraktur mechanisch, Registertraktur mechanisch und elektrisch.
In der Justinuskirche finden regelmäßig Konzerte mit namhaften Künstlern statt.

2010 erhielt die Justinuskirche, über die Stiftergemeinschaft Justinuskirche e.V., von Frau Gisela Spruck, Hof Leustadt bei Glauburg, ein mehr als 1000 Jahre altes Bronzekruzifix aus Antoniterbesitz (Höhe und Armbreite 10 cm), das in einer Vitrine zu sehen ist.

Justinusgarten (Südseite)
Angelegt wurde der Garten 1990. Angebaut werden die von den Antonitern verwendeten Heilkräuter und Stockrosen in vielen Farben.
Geöffnet vom Frühling bis Spätherbst während der Öffnungszeiten der Justinuskirche.


Kirchhof

In der Kirche und auf dem Platz rund um die Kirche fanden im Mittelalter Beisetzungen statt. Ab 1810 wurden diese aufgegeben, nachdem das Beinhaus schon 1804 entfernt worden war.
Zwischen 1930 und 1932 wurde der Platz nördlich der Kirche gepflastert.
Grabplatten in der Kirche, Grabsteine im Garten und eine Pieta an der Nordfassade erinnern an den Justinuskirchhof.



Bronzekruzifix aus Antoniterbesitz
Stockrosen im Kirchgarten
Justinuskirche (Blick vom Main)
Fenster
 
Nordportal
Ordensvater Antonius Eremita (entstanden um 1500)
Im Garten: Wegkreuz aus dem Jahr 1720, gestiftet von Meister Elias Kochbürger und Schumacher. Es stand ehemals an der Kurmainzerstraße und wurde dann in den Kirchgarten versetzt.
Barocker Hochaltar, restauriert 2011/2012
Kreuzaltar
Deckengewölbe mit Gewölberippen und Schlusssteinen der Sakristei
Leidenswerkzeuge: Schlussstein in der Sakristei
Osterlamm: Schlussstein in der Sakristei
 

Sommerkirche
Die Justinuskirche ist die "Sommerkirche", St. Josef die "Winterkirche" der Pfarrgemeinde Frankfurt-Höchst. Von Christi Himmelfahrt bis 30. September finden alle Sonn- und Feiertagsgottesdienste in der Justinuskirche statt und in der übrigen Zeit in der Josefskirche (Hostatostraße).

Eintritt
Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten.

Stiftergemeinschaft Justinuskirche e.V.
Der Verein unterstützt die Restaurierung der St. Justinuskirche und ihrer Ausstattung. Er will das Interesse der Öffentlichkeit an der Erhaltung und Pflege dieser Kirche verstärken. Er organisiert Veranstaltungen wie z.B. Führungen und Konzerte und erarbeitet Publikationen über die Kirche und beschafft Mittel zur Finanzierung von Restaurierungsmaßnahmen.

Fazit
Die unter Denkmalschutz stehende Justinuskirche ist eine der ältesten Kirchen Deutschlands und ein Ort der Stille und des Gebets.
Die nationale Bedeutung erlangt sie durch die karolingischen und gotischen Bauelemente sowie durch die reiche Innenausstattung mit den  außergewöhnlichen Kunstschätzen.


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und auf der anderen Mainseite:
Schwanheimer Düne

 

Deutschland
Hessen
Frankfurt am Main
Höchst

Justinuskirche
Justinusplatz 4
65929
Frankfurt am Main

Öffnungszeiten:
April bis Okt.:
Di. - So.: 14-17 Uhr (einschließlich
. Justinusgarten)

November - März
Sa. + So.: 14 - 16 Uhr
auch am 1. und 2. Weihnachtstag und Neujahr.
1. Advents- wochenende (Höchster Weihnachtsmarkt):
13 - 20 Uhr
(Hinweis: die Justinuskirche
ist nur auf 8,5 Grad geheizt!)

Besuche außerhalb der o.g. Zeiten, Führungen, Hochzeiten, Ausstellungen oder andere Veranstaltungen in Absprache mit dem Pfarrbüro, Justinusplatz 2.
Tel.: 069/339996-0
E-Mail


Rollstuhlgerechter Zugang. Tür manuell, Breite: 130 cm.


Am Mainufer, Batterie
oder
Marktplatz, Höchster Markt

Justinuskirche zur Weihnachtszeit
Justinuskirche zur
Weihnachtszeit

Justinusgarten

Info-Faltblatt


Maskenkonsolenstein Maskenkonsolenstein in der Sakristei. Schreckfigur mit Schweinerüssel, zur Nase gestreckter Zunge und stechendem Blick.


Kontakt
Stiftergemeinschaft Justinuskirche e.V.
Postfach 800428
65904 Frankfurt am Main-Höchst
Tel.: 06196 63786
E-Mail
Vorsitzender
Ernst-Josef Robiné


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3.10.2015
jeweils 11 - 12 Uhr
Treffpunkt ist vor der Justinuskirche.
Die Führungsgebühr beträgt 3 € p.P.

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