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Schloss Wolfsgarten

Jagdschlösser
Nach den Plänen von Baumeister Remy de la Fosse (* um 1659 in Frankreich, † 17.9.1726 in Darmstadt) wurde in den Jahren von 1722 bis 1724 im Auftrag von Landgraf Ernst Ludwig, der von 1687 bis 1739 in Hessen regierte, das Schloss Wolfsgarten erbaut. Zu dieser Zeit entstanden zahlreiche Jagdschlösser um Darmstadt und im oberhessischen Raum. Eines der Schlösser, das #Jagdschloss Mönchbruch, befindet sich im Kreis Groß-Gerau, im gleichnamigen Naturschutzgebiet. Die Schlösser hatten fast alle das gleiche Grundmuster. Um einen rechteckigen Hof gruppierten sich der Herrenbau, dem gegenüber die Stallungen und an den Seiten der Prinzenbau, der Kavaliersbau, der Prinzessinnenbau und der Damenbau.

Grund für den Bau der Jagdschlösser war die um 1709 von Landgraf Ernst Ludwig eingeführte Parforce-Jagd, der Meutejagd zu Pferde. Dazu wurden weiträumige Anlagen und Wälder benötigt. 1768 verloren die Jagdschlösser an Bedeutung.

Wechselvolle Geschichte
Landgraf Ludwig IX., der von 1768 bis 1790 regierte, schaffte die Parforce-Jagd ab. Viele der Jagdschlösser verfielen, so auch Schloss Wolfsgarten. Die Dächer fielen ein, die Gebäude dienten als Schafspferch.

Erst in den dreißiger Jahren des 19. Jahrhunderts wurde Schloss Wolfsgarten von Erbprinz Ludwig III., der von 1848 bis 1877 regierte, renoviert. Es diente ab 1879 dem hessischen Herrscherhaus als Sommerresidenz und Jagdschloss.

Sein heutiges Aussehen verdankt Wolfsgarten dem Großherzog Ernst Ludwig, der von 1892 bis 1918 regierte. Er ließ Baulücken zwischen den Gebäuden schließen und den Putz von den Mauern nehmen, damit die Natursteine wieder sichtbar wurden. Weiterhin ließ er die Freitreppe am Herrenhaus erweitern und gestaltete im Wesentlichen auch den Park.

1902 wurde im Schlosspark das Spielhaus für die Prinzessin Elisabeth erbaut. Nach 1918 zog sich die großherzogliche Familie mit den Prinzen Georg Donatus und Ludwig ins spartanisch ausgestattete Schloss Wolfsgarten zurück.

Prinzessin Margaret
2007 erhielt die am Schloss Wolfsgarten vorbeiführende Kreisstraße 168 den Namen "Prinzessin-Margaret-Allee".
Damit wird die 1997 verstorbene Prinzessin von Hessen und bei Rhein, die Adoptivmutter von Moritz Landgraf von Hessen, als Förderin sozialer Einrichtungen und der Künste von der Stadt Langen gewürdigt. Sie setzte sich für Kultur, Bedürftige, Kranke und Behinderte ein.
Sie unterstützte über Jahrzehntelang behinderte Kinder, für die sie auf dem Schlossgelände eine Tagesstätte einrichtete.

Prinzessin Margaret wurde am 18.3. 1913 in Dublin als Tochter einer schottisch-irischen Diplomatenfamilie geboren. Ihr Vater war britischer Botschafter in den USA. Vor ihrer Hochzeit mit Prinz Ludwig von Hessen-Darmstadt, dessen Vater Ernst-Ludwig der letzte Großherzog von Hessen-Darmstadt war, arbeitete sie für das Britische Rote Kreuz in einem Jugendgefängnis. Somit passte sie in die Tradition des Darmstädter Fürstenhauses. Die weiblichen Mitglieder des Hauses waren traditionell in der Wohlfahrtspflege aktiv.
Margaret lernte Ludwig während der Olympischen Winterspiele 1936 in Garmisch-Partenkirchen kennen. 1937 heiratete sie in London den Schwager von Prinz Philip, dem Gemahl der englischen Königin und Herzog von Edinburgh. Großherzog Ernst Ludwig war kurz vor der Vermählung verstorben.
Auch seine Frau, zwei Söhne und weitere Familienmitglieder erlebten die Trauung in England nicht mehr. Auf dem Weg zu den Feierlichkeiten stürzten sie in einem Flugzeug bei Ostende in Belgien ab und verunglückten tödlich (siehe auch #Park Rosenhöhe). Das Brautpaar musste völlig unvorbereitet die Verantwortung für die Familientradition übernehmen.
Prinz Philip schreibt in einem Gedenkbuch: "Es sagt sehr viel über ihre Charakterstärke aus, dass Prinzessin Margaret diese schwere Prüfung und den bald darauf ausgebrochenen Zweiten Weltkrieg mit unvermindertem Enthusiasmus und einer leidenschaftlichen Hingabe, anderen Menschen in Not zu helfen, durchgestanden hat".
Die Ehe Margarets blieb kinderlos. Als Ludwig 1968 starb, bedeutete dies das Ende der hessen-darmstädtischen Dynastie nach 400 Jahren.
Ludwig und Margaret hatten zuvor den Prinzen und heutigen Landgrafen Moritz von Hessen, den Sohn des Landgrafen Philipp von Hessen-Kassel, adoptiert, um das Erbe zu bewahren.

Prinzessin Margaret spendete Zeit und Geld für mildtätige Zwecke und unterstützte Stiftungen und Wohlfahrtsverbände. Sie unterstützte etliche Kranken-, Behinderten- und Selbsthilfeorganisationen wie den Muskelschwund-Verein, den Blindenbund und die Multiple-Sklerose-Gesellschaft.

Das Schloss als Notunterkunft, Erholungsheim und Sonder-Kindertagesstätte
Schloss Wolfsgarten öffnete sie nach 1945 für obdachlose Flüchtlinge und vorübergehend für ein Altersheim. 1957 richtete sie auf dem Gelände ein Erholungsheim für körperlich und geistig behinderte Kinder ein. Später wurde daraus in Trägerschaft des Roten Kreuzes eine Sonder-Kindertagesstätte.

Ihr Gespür für die Probleme der Menschen und ihre Solidarität mit denjenigen, die an den gesellschaftlichen Rand gedrängt werden, machten sie zu einem Beispiel für Mitmenschlichkeit. Ihre eigene Lebensfreude setzte sie ein, um die Lebensverhältnisse Benachteiligter zu verbessern.

Zusammen mit Prinz Ludwig machte sie Schloss Wolfsgarten zu einem künstlerisch-literarischen Zentrum und erfreute sich des Zuspruchs vieler Kulturbegeisterter. Die Musik-Enthusiastin war mit Komponisten wie Benjamin Britten befreundet, empfing auf ihrem Wohnsitz aber auch den Rockmusiker Mick Jagger und gewann weltberühmte Musiker wie Yehudi Menuhin oder Christoph Eschenbach für Benefizkonzerte.

Die vielen Auszeichnungen, die sie im Laufe der Jahre erhielt, waren für Prinzessin Margaret nie ein Grund, sich zur Ruhe zu setzen. Bis zuletzt war es für sie ein selbstverständlicher Bestandteil ihres Lebens, öffentlich zu wirken und sich für die Menschen und ihre Kultur einzusetzen. (Quelle: Stadt Langen)


Foto mit freundlicher Genehmigung der Hessischen Hausstiftung
#Vergrößerung
Seitengebäude
Uhrenturm
Skulptur Frauenbüste
Säulengang
Wolfsbrunnen im Schlosshof unter dem Rosenbogen

Inschrift: Der Wolf. Canis lupus, n. Linn, wurde den 6ten Januar 1841 durch Ch. Wetter in der Nähe der Grenzschneiße bei Neuschloß mit der Büchse erlegt,
berüchtigt unter dem Namen Lorsch Wolf.
Ehemalige Stallungen mit Wohnungen für Bedienstete
Herrenhaus
Die Aufnahme zeigt die Großherzogliche Familie um 1880 auf ihrem Schloss Wolfsgarten bei Darmstadt. Auf der Treppe stehen Großherzog Ludwig IV. und seine Frau Alice, vor dem Pferd ihre Tochter Victoria, auf dem Einspänner Elisabeth und Alix und auf dem dreirädigen Fahrzeug Ernst Ludwig, der spätere Großherzog.
1965: vordere Reihe v.l.n.r. Prinz Ludwig von Hessen, Elizabeth II., Prinzessin Margaret von Hessen und Prinz Philip. Foto: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

SKH Landgraf Moritz von Hessen*
Das Schloss Wolfsgarten wurde von Moritz Friedrich Karl Prinz und Landgraf von Hessen (geb. am 6. August 1926 als Maurizio d'Assia im Schloss Racconigi, Piemont) als Wohnsitz und Gästehaus genutzt. Er war seit 1980 der Chef des Hauses Hessen und führte in dieser Funktion als einziges Familienmitglied den Namensbestandteil Landgraf.

Landgraf Moritz von Hessen Landgraf Moritz von Hessen
Er war ein Urenkel von Kaiser Friedrich III. und Ururenkel von Queen Victoria.
Eltern: Philipp Prinz von Hessen (geb. 6.11.1896 in Schloss Rumpenheim bei Offenbach, † 25.10.1980 in Rom) und Prinzessin Mafalda von Savoyen (Tochter des Königs Viktor Emanuel III. von Italien, geb. 19.11.1902 in Rom, † 27.8.1944 im KZ Buchenwald).

Der Prinz wuchs in Kassel und Neubeuern auf und studierte Landwirtschaft. Er brachte beträchtliche Teile des Vermögens in die Hessische Hausstiftung ein, deren Vorsitzender er war. Dazu zählen u.a. das Jagdschloss Fasanerie bei Fulda, die 5-Sterne Hotels "Hessischer Hof" in Frankfurt und das "Schlosshotel Kronberg", das Schloss und Gestüt "Hofgut Panker" in Lütjenburg und das Weingut Prinz von Hessen in Geisenheim/Rheingau.
1999 erhielt er die höchste Auszeichnung des Landes Hessen, die Georg-August-Zinn-Medaille, zur Würdigung hoher Verdienste und zur Anerkennung großen Engagements bei der Förderung von Kultur und Kunst. Mit der Stiftung wird auch die Mathildenhöhe in Darmstadt unterstützt.

Aus seiner geschiedenen Ehe mit Tatjana zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg (*31.7.1940) hat Moritz von Hessen vier Kinder:
- Mafalda (*6.7.1965 in Kiel)
- Heinrich Donatus (*17.10.1966 in Kiel)
- Elena (*8.11.1967 in Kiel)
- Philipp (*17.9.1970 in Kiel)

Im Alter von 86 Jahren starb Landgraf Moritz von Hessen am 23. Mai 2013 in einem Krankenhaus in Frankfurt am Main an einer Lungenkrankheit.

Die Trauerfeier fand am 3. Juni 2013 im Beisein von etwa 800 geladenen Gästen in der evangelischen Johanniskirche in Kronberg statt. Neben Königin Sofia von Spanien kamen auch Vertreter mehrerer ausländischer Königshäuser sowie Vertreter des europäischen Hochadels.
Die Beisetzung folgte anschließend in der Kapelle der Kronberger Burg.


* Der Landgraf hat den Anspruch auf die Anrede "Königliche Hoheit". Nach dem Wiener Kongress (1814/1815), hier wurden in Europa zahlreiche Grenzen neu festgelegt, erhielt der Landgraf das Recht auf diesen Sondertitel, da Hessen-Kassel für kurze Zeit (1803 - 1806) Kurfürstentum (Kurhessen) war.

Wappen


Das Familienwappen der Prinzen und Landgrafen von Hessen und seit 60 Jahren auch das hessische Landeswappen.

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Deutschland
Hessen

63225 Langen
Schloss Wolfsgarten,
Prinzessin-Margaret-Allee
(Kreisstraße 168)

Schloss Wolfsgarten


Donatus Prinz von Hessen
SKH Heinrich Donatus Philipp Umberto, Prinz und Landgraf von Hessen
und
Chef des Hauses Hessen.

Er ist verheiratet mit

Floria Prinzessin von Hessen
Floria Prinzessin von Hessen
(Floria-Franziska Marie-Luisa Erika
(geb. von Faber-Castell)



Anfahrt:
Schloss Wolfsgarten liegt an der zwischen Langen und Egelsbach.
Die Straße erhielt 2007 den Namen Prinzessin-Margaret-Allee



Parköffnung



Eindrücke 2012
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weitere Fotos und Informationen:

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Der etwas andere Parkspaziergang
Entdecken Sie beim Rundgang durch den Schlosspark auch steinerne und andere Zeugen der Vergangenheit an Gebäuden, auf Mauern, zwischen Beeten sowie am und im Wasser. Es lohnt sich.
#Zeugen der Vergangenheit


Weitere Informationen:
Schloss Wolfsgarten
Hessische Hausstiftung
Hainstraße 25 b
61476 Kronberg
Telefon: 06173/701-514
E-Mail


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