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Von 1860 bis 1962 wurde in der Grube Messel im Tagabbau Ölschiefer
(bituminöses Tongestein) gewonnen und verschwelt. Das dabei
gewonnene Rohöl wurde in einer Raffinerie aufbereitet und
zu verschiedenen Produkten verarbeitet (u.a. Paraffin, Treibstoffe,
Teersalben). Die durch den Abbau entstandene Grube von ca. 25
Millionen Kubikmetern sollte, trotz einmaliger Fossilienfunde
(Versteinerungen), als Mülldeponie genutzt werden. Engagierte
Bürger, unterstützt von Wissenschaftlern, kämpften
fast 20 Jahre um den Erhalt dieser wertvollen Fundstätte.
Am 8. Dezember 1995 wurde die Grube Messel als Fossilienfundstätte
von der UNESCO in das Welterbe der Menschheit aufgenommen.
Keine andere tertiäre Fossilienfundstätte der Erde hat eine derart vielfältige und fantastisch erhaltene Säugetierfauna in so großer Zahl geliefert. Die Skelette aus dem Eozän, der Zeit vor rund 45 Millionen Jahren, sind häufig vollständig erhalten.
Die Fundstätte
ist von außerordentlicher Bedeutung für die
wissenschaftliche Erforschung und Auswertung der vorgeschichtlichen
Funde. Diese geben wichtige Informationen über die ungeheure
und beeindruckende Vielfalt von Säuge- und Wirbeltiere der
erdgeschichtlichen Phase wieder, die der Entstehung des Menschen
vorausging. Das Messeler Urpferdchen steht mit seinen filigranen
Strukturen weltweit als Symbol für die Jahrmillionen alter
Funde.
Auf dem Weg vom Parkplatz zur Besucherplattform kann der Besucher
die Urkunde der UNESCO und Infotafeln zur Industriegeschichte
sehen. Von der Plattform am Rande der Grube ist ein Überblick
über das gesamte Gelände möglich. Thementafeln
erklären Fundstätte
und Funde.
In der Grube wurden auch Fossilien in hoher Zahl und einzigartiger
Erhaltung aus dem Beginn der Erdneuzeit, dem Eozän,
gefunden.
Zu dieser Zeit entwickelten sich explosiv die Säugetiere. Vor rund 65 Millionen Jahre starben weltweit die Saurier aus. Dadurch standen den Säugetieren und den anderen überlebenden Lebewesen neue Lebensräume zur Verfügung. Dass sie diese erfolgreich nutzten, konnte durch einzigartige Funde in der Grube Messel nachgewiesen werden.
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In dem damals vorherrschenden feucht-warmen Klima mit einer Jahresdurchschnittstemperatur von 25° Celsius beweideten nicht nur die berühmten Urpferdchen die grün bewachsenen und teilweise sumpfigen Uferzonen. Rund um den in einem Vulkankrater entstandenen Messelsee, der zu der Zeit von einem dicht bewachsenen Urwald umgeben war, lebten frühe Huf- und Nagetiere, die Vorfahren unserer Vögel flogen über das von Algen bewachsene Wasser, Insekten schwirrten durch die Luft und vermutlich lagen die kaltblütigen Reptilien auch damals schon etwas träge in der Sonne.
Das Betreten der Grube ist aus Denkmalschutz- und Sicherheitsgründen
nur im Rahmen von angemeldeten Führungen möglich.
Am Zugang zur Grube Messel sind an einer Infostation, die täglich
von 10.00 bis 15.00 Uhr geöffnet hat, Informationen über
die Grube und die Funde zu erhalten. Hier können auch Führungen
gebucht werden.
Die Grube Messel liegt ca. 2,5 Kilometer südlich der Ortschaft Messel, im Messeler Hügelland, dem Sprendlinger Horst, als Teil einer Gebirgsscholle des Odenwaldes.
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