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Berlin-Blockade
Luftbrücke 1948/1949
Luftbrückendenkmal Frankfurt

"Ihr Völker der Welt, ihr Völker in Amerika, in England, in Frankreich, in Italien, schaut auf diese Stadt und erkennt, daß ihr diese Stadt und dieses Volk nicht preisgeben dürft, nicht preisgeben könnt!"
(Aus der Rede Ernst Reuters - Verkehrsdezernent, später Oberbürgermeister von Berlin, auf dem Platz der Republik am
9. September 1948).


***

Der Insulaner verliert die Ruhe nicht,
der Insulaner liebt keen Jetue nicht,
der Insulaner hofft unbeirrt,
daß seine Insel wieder'n schönes Festland wird.
Lied von Günter Neumann (Kabarettist, 1913-1972)
Erstsendung im Rundfunk am
25. Dezember 1948.


8. Mai 1945:
Bedingungslose Kapitulation Deutschlands. Durch die Siegermächte erfolgt die Aufteilung in vier Besatzungszonen (sowjetische, britische, französische und amerikanische Zone)

Alliierter Kontrollrat
Die Oberbefehlshaber der vier Besatzungszonen
- Eisenhower, USA,
- Montgomery, Großbritannien,
- Tassigny, Frankreich und
- Schukow, Sowjetunion (UdSSR, Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken)
übernehmen die höchste Gewalt in Deutschland und bilden den Alliierten Kontrollrat. Die amerikanischen und britischen Truppen ziehen sich aus Mecklenburg, Sachsen und Thüringen in ihre bereits in Jalta festgesetzten Besatzungszonen zurück. (Die Konferenz vom 4.2 bis 11.2. 1945 in Jalta -auf der sowjetische Schwarzmeerhalbinsel Krim, heute Ukraine- regelte die Teilung Europas für nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges). Berlin wird von einer Alliierten Kommandantur gemeinsam verwaltet und ist -analog zu den Besatzungszonen- in vier Besatzungssektoren geteilt.

Potsdamer Konferenz
In der Potsdamer Konferenz (7.7.-2.8.1945) werden die Grundsätze der Deutschlandpolitik der Alliierten festgelegt. Danach handelt jeder Militärgouverneur in seiner Besatzungszone auf Weisung seiner Regierung selbständig.

Zunächst werden keine Vereinbarungen über die Verkehrswege getroffen. Erst im November 1945 erfolgt die Festlegung von drei Luftkorridoren nach Berlin: je einer vom
- Flughafen Frankfurt am Main -(Rhein-Main-Air-Base),
- Flughafen Hamburg und
- Flughafen Hannover.

Londoner Sechsmächtekonferenz
Die Teilnehmer der Konferenz (23.2. bis 5.3. und vom 20.4. bis 1.6. 1948) mit Vertretern der USA, Großbritannien, Frankreich und der Beneluxstaaten beschließen die Gründung eines westdeutschen Staates.

Daraufhin kündigt der sowjetische Vertreter aus Protest gegen das westliche Vorgehen den Alliierten die Mitarbeit im Kontrollrat auf. Dieser hört damit faktisch zu bestehen auf.

Währungsreform(en)
Die westlichen Besatzungsmächte führen in den Westzonen am 20. Juni 1948 eine Währungsreform durch (Einführung der Deutschen Mark -DM-, Abwertung 10:1).
Die UdSSR folgt am 23. Juni 1948 für den russischen Sektor (Sowjetische Besatzungszone -SBZ-, genannt Ostzone oder in Kurzform: Zone) und Ostberlin.

Berliner Blockade / Gegenblockade
Die westliche Währung wird ebenfalls in den Westsektoren Berlins eingeführt. Aus Sicht der UdSSR besteht hierfür keine Vereinbarung oder eine rechtliche Grundlage.

Dies wurde zum Anlass genommen,
am 24. Juni 1948 die Energieversorgung aus dem östlichen Sektor -durch das Kraftwerk Golpa-Zschornewitz- in den westlichen Teil Berlins zu unterbrechen
und
am 25. Juni 1948
die existenznotwendigen Verbindungswege zu Land und Wasser zu sperren und zu blockieren.

Am 26. Juni 1948 wird durch die Anordnung eines Lieferverbots von Industriewaren von West nach Ost eine Gegenblockade errichtet.

Im zertrümmerten Westberlin lebten etwa 2,2 Millionen Menschen.
Die Lebensmittelvorräte reichten für 36 Tage, die Kohlenvorräte für 45 Tage.

Luftbrücke / Luftkorridore
Noch am 25. Juni 1948, dem Tag der Blockade, wird von dem US-General und US-Militärgouverneur Lucius D. Clay gemeinsam mit den Westmächten eine Luftbrücke organisiert.

Die Luftkorridore über die Berlin versorgt werden soll, sind etwa 32 Kilometer breit und 3.000 Meter hoch. So kann nicht nur hintereinander, sondern auch übereinander geflogen werden. Dadurch können beispielsweise im südlichen Sektor (aus Frankfurt und Wiesbaden -über Darmstadt, Aschaffenburg und Fulda-) bis zu 32 Flugzeuge gleichzeitig fliegen. Die Flüge sind so getaktet, dass Warteschleifen nicht eingeplant sind. Misslingt einem Piloten das Flugzeug im ersten Anflug die Landung, musste er mitsamt der Fracht über den mittleren Korridor zum Ausgangsflughafen zurückkehren.

Am 26. Juni 1948 fliegt das ersten Luftfahrzeug der US-Luftwaffe zum Flughafen Berlin-Tempelhof (Operation "Vittles" = alter amerikanischer Begriff für Essbares).

Am 28. Juni 1948 beginnt die Operation "Plainfare"
(= Hausmannskost) der britischen Luftwaffe mit Landungen auf dem Flughafen Berlin-Gatow und auf der Havel sowie dem Großen Wannsee mit Wasserflugzeugen. Gestartet wird auf der Elbe bei Hamburg-Finkenwerder. Zum Einsatz kommen ebenfalls Flugzeuge vom Typ C-47 und Wasserflugzeuge vom Typ Sunderland. Weiterhin werden Frachtflugzeuge vom Typ Fairchild C-82 (Militärversion: C-119 (Flying Boxcar = fliegender Güterwagen) eingesetzt.

Die französische Luftwaffe baut den Flughafen Berlin-Tegel (hier befand sich seit 1930 ein Abschussplatz für Raketen).
In nur 85 Tagen Bauzeit wird mit Hilfe von 19 000 Freiwillige eine 2.400 m lange Start- und Landebahn gebaut. Es ist die damals längste Bahn Europas.

Ebenfalls am 28. Juni 1948 äußert sich der US-Außenministers George C. Marshall gegenüber dem amerikanischen Botschafter Lewis Douglas in London:
"1. Wir bleiben in Berlin
2. Wir werden die gegenwärtigen propagandistischen Vorteile unserer Situation bis ins letzte nutzen.
3. Wir werden die Stadt aus der Luft versorgen wie eine belagerte Festung."

Am 26. Juni 1948 werden nur etwa 500 Tonnen Fracht auf dem Luftweg nach Berlin transportiert. Geflogen wird überwiegend mit der (Douglas)-C-47 B "Skytrain" (zivile Bezeichnung DC-3). Diese Maschinen werden durch die größeren (Douglas)-C-54 "Skymaster" (zivile Bezeichnung DC-4) ersetzt.

In Frankfurt tritt die alliierte Kommission BEALCOM (Berlin Airlift Coordination Committee) zusammen, die in Verbindung mit deutschen Stellen die für Berlin erforderlichen Güter festlegt und die Verteilung über die einzelnen Militärflughäfen plant.

Zum Ende der Luftbrücke erreicht die Transportkapazitäten fast das 30-fache.

Insgesamt sind 280 Flugzeuge, davon etwa 200 vom Typ C-54 an der Luftbrücke beteiligt.
Zu Beginn starten und landen die Flugzeuge überwiegend von der Rhein-Main-Airbase Frankfurt und von Wiesbaden.
Weiterhin erfolgt die Versorgung Berlins über die Flughäfen Celle, Faßberg, Wunstorf, Finkenwerder, Fuhlsbüttel, Lübeck und Oberpfaffenhofen.

Frankreich kann wegen des Indochina-Konfliktes zu Beginn der Blockade keine Flugzeuge einsetzen. Nach Fertigstellung des Flughafens Tegel beteiligen sich auch einzelne französische Flugzeuge an der Luftbrücke.

Täglich werden hunderte Flüge nach Tegel, Tempelhof und Gatow durchgeführt. In Spitzenzeiten landen bis zu 927 Flugzeuge im Zwei-Minuten-Takt in Berlin und bringen über 6.400 Tonnen Lebensmittel, Kohle und andere Versorgungsgüter.

Weihnachten 1948
Im Rahmen der "Operation Santa Claus" werden für etwa 10.000 Kinder Weihnachtsgeschenke nach Berlin eingeflogen.
Der US-Pilot #Gail Halvorsen (#Foto) bastelte in seiner Freizeit kleine Fallschirme, an die er Süßigkeiten hing und beim Landeanflug über Westberlin abwarf.

"Operation Vittles" - Das Lied

Irving Berlin komponierte für die Luftbrücke den Song "Operation Vittles", das er am 25.12.1948 im Berliner Titania Palast vortrug. Zusammen mit Bob Hope trug er zur Truppenunterhaltung bei.

Ende der Blockade
Am 15. Februar 1949 beginnen
im Rahmen der UN-Vollversammlung amerikanisch-sowjetische Gespräche über die Beendigung der Blockade.

Ab Dezember 1948 wird eine monatliche Tonnage von 141.000 Tonnen nicht mehr unterschritten. In der Statistik zählt der April 1949 zum Spitzenmonat. Über die Luftbrücke werden 235.363 Tonnen Versorgungsgüter in die zertrümmerte und eingeschlossene Stadt transportiert. Der Spitzentag ist der 16. April 1949 (Ostersonntag). Innerhalb von 24 Stunden werden 12.941 Tonnen Fracht geliefert. Eine Menge, die zwölf Güterzüge mit je 50 Waggons entspricht.

An der Luftbrücke beteiligen sich über die Alliierten (USA, Großbritannien und Frankreich) hinaus viele weitere Nationen mit Flugzeugen, Nahrungsmitteln und Spenden.

Transportiert werden bei insgesamt 227.728 Flügen über 2,3 Millionen Tonnen Fracht, davon Lebensmittel (24%), Industriegüter (9%) und Kohle (67%).

In einem gemeinsamen Kommuniqué wird
das Ende der Blockade auf den 12. Mai 1949 festgelegt.

Am 12. Mai 1949 (Offizielles Ende der Blockade: 11. Mai, 24.00 Uhr) werden die Verkehrswege von und nach Berlin wieder geöffnet.

Danach wird die Luftbrücke noch bis zum 6. September 1949 betrieben, um die Vorräte
in Berlin wieder aufzufüllen.

Bei 126 Unfällen verlieren 78 Menschen bei dieser Hilfsaktion ihr Leben.


The Berlin Train, eine C-47
Luftbrückendenkmal Frankfurt-Flughafen, im Vordergund eine C-47
Luftbrückendenkmal Berlin, die "Hungerkralle"
C54: der Rosinenbomber
C-47 am deutschen Technikmuseum Berlin
Luftkorridore
Reinigung 2015

Luftbrückendenkmal Frankfurt
Fünfzehn Monate lang flogen Transportflugzeuge vom Typ C-47 und
C-54 vom Rhein-Main-Militärflughafen in
die geteilte Stadt. An einem Tag registrierte der Kontrollturm auf dem Rhein-Main-Militärflughafen 635 Starts und Landungen.

Das Frankfurter Luftbrückendenkmal (Airlift Memorial) ist auf dem Gelände der
ehemaligen US Air Base errichtet. Es ist ein Duplikat zu dem 1951 am Platz der Luftbrücke unmittelbar vor dem Flughafen Tempelhof in Berlin errichteten Monument. 1985 wurde es auf Initiative eines deutsch-amerikanischen Luftbrückenvereins, der dafür 900.000 D-Mark gesammelt hatte, aufgestellt. Im Rundsockel sind die Namen der Opfer eingraviert.
Die drei Streben des Denkmals stehen sinnbildlich für die drei Luftkorridore zwischen Westberlin und der damaligen Trizone, der späteren Bundesrepublik Deutschland. Neben Berlin und Frankfurt gibt es noch ein etwas kleineres Luftbrückendenkmal am Militärflughafen Wietzenbruch bei Celle in der ehemaligen Britischen Zone. Es wurde 1988 - 40 Jahre nach Beginn der Berlin-Blockade - eröffnet.

Zu sehen sind zwei Luftfahrzeuge (candy bomber oder raisin bomber) aus der Zeit der Luftbrücke.

- C-47 (Skytrain), Kennzeichen 349081, typischer "Rosinenbomber", zusätzlich beschriftet mit "THE BERLIN TRAIN"
Als Zivilversion: DC-3 der Douglas Aircraft Company. Stückzahl über 15.000 Exemplare.
Länge: 19,43 m
Breite: 29,11 m
Höhe: 5,18 m
Leergewicht: 8.225 kg
Maximal-gewicht (MTOW): 11.793 Kg
Antrieb: zwei Doppelsternmotoren Pratt & Whitney R-1830-92 Twin Wasp mit je 1.200 PS
Höchstgeschwindigkeit: 370 km/h
Reisegeschwindigkeit: 290 km/h
Reichweite: 2575 km
Besatzung: zwei bis vier + 27
Dienstgipfelhöhe: 7350 m

- C-54 (Skymaster), Kennzeichen 9053.
Die Douglas C-54 Skymaster wurde von 1942 bis 1945 produziert und war die militärische Version der Douglas DC-4 . Sie hatte vier Propeller -Motoren und war für Personenflüge mit 30-40 Passagieren auf Langstrecken konzipiert.

Die beiden Flugzeuge sind eine Dauerleihgabe der Amerikanischen Luftwaffe.
Errichtet wurde das Denkmal in Frankfurt auf Initiative des Vereins Luftbruecke Chapter of the Airlift Tanker Association e.V. am 26. Juli 1985.
Die Außenanlage wird regelmäßig von Mitarbeitern des Flughafenbetreibers (Fraport AG) gepflegt.

Die beiden historischen Flugzeuge wurden am 21. August 2015 von Mitarbeitern der Fraport gemeinsam mit der Firma N*ICE und Vertretern der Lufthansa umfassend gesäubert (siehe Foto oben).

Ehrenamtliche Helfer gesucht
Zur Wartung der beiden Oldtimer werden ehrenamliche Helfer gesucht, bevorzugt aus dem Bereich "Flugzeugtechnik." Für weitere Informationen und Fragen steht für Interessierte Frank Cornelius, Tel.: 069 /690-22243, zur Verfügung.

Luftbrückendenkmal Berlin
Liebevoll Hungerkralle oder Hungerharke bezeichneten die Berliner die 1951 am
Platz der Luftbrücke, vor dem Flughafen Tempelhof, errichtete Skulptur, die an die Luftbrücke erinnert.


Platz drei für die Luftbrücke
Bei einer Internetabstimmung des Hessischen Rundfunks zur spannendsten Brücke in Hessen landete 2012 die
Bogenbrücke im
Park von Schloss Wolfsgarten auf dem zweiten Platz. Auf Platz eins kam der Eiserne Steg in Frankfurt, Platz drei belegte die Luftbrücke zwischen Frankfurt und Berlin.


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2008: 60 Jahre Luftbrücke


Fotostrecken zu den
#Festveranstaltung in
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#Festveranstaltung am
Flughafen Frankfurt

#US Rhein Main Air Base
mit Fotostrecken:
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#auf Flughafen Frankfurt
#auf dem Main

#Concorde in Frankfurt


#ESA European Space Agency (Europäische Weltraumorganisation) und
ESOC European Space Operations Centre (Europäisches Satelliten-Kontrollzentrum)
in Darmstadt

Deutschland
Hessen

50549
Flughafen Frankfurt
Ellis Road

Berliner Blockade /
Luftbrücke Berlin 1948/1949

Luftbrückendenkmal Frankfurt am Main

Öffnungszeiten:
Oktober - März:
8-17 Uhr
April - September:
8 - 20 Uhr
Karte

Mit dem Fahrrad erreichbar über den Radweg, der am östlichen Flughafenzaun entlang von Mörfelden-Walldorf nach Frankfurt führt. Besucher, die mit dem Auto anreisen, erreichen das Ausflugsziel über die Autobahn A5, Ausfahrt "Zeppelinheim / CargoCity Süd". Parkplätze stehen am Bahnhof Zeppelinheim und am Intercity Hotel Frankfurt Flughafen zur Verfügung. Von hier aus sind es jeweils nur wenige Gehminuten bis zum Denkmal.

Koordinaten:
50°2'16"N, 8°35'44"E


Gail Halvorsen
Untrennbar mit der Rhein-Main-Airbase und Berlin verbunden
Gail Halvorsen
der "Candy-Bomber"

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