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Die Flörsheimer Warte auf dem Geißberg war ein Wachturm
entlang der Kasteler Landwehr, die aus insgesamt vier in Sichtweite
stehenden Türmen bestand und dem Schutz der kurmainzischen
Dörfer Flörsheim, Hochheim, Kastel und Kostheim diente.
Bertold von Henneberg, Mainzer Kurfürst und Erzbischof von
1484 bis 1504, beauftrage 1484 den kurfürstlichen Baumeister
Henne Mor mit dem Bau der Anlage.
Sie bestand ursprünglich aus einem Turm, einem Graben und
einem mit Hecken und Bäumen bepflanzten Wall. Die Kasteler
Landwehren hatten auch die Funktion, die territorialen Interessen
sichtbar zu dokumentieren. Von den Türmen aus konnte man
Wege übersehen und kontrollieren. Zu Fehdezeiten dienten
sie auch als Schutz für die Bevölkerung.
Von der Flörsheimer Warte aus konnte man die Straßen
von Hochheim und Flörsheim nach Wicker sowie den Main und
die Mainübergänge einsehen. 1803 verloren die Landwehrtürme
ihre Funktion, als die rechtsrheinischen Dörfer in das Nassauische
Fürstentum eingegliedert wurden. Die Anlagen verfielen. 1807
wurden die Reste der Flörsheimer Warte von einem Mainzer
Kaufmann erstanden, der die Steine zur Einfriedung seines Weingutes
in Wicker benutzte. Die Fundamente befinden sich heute noch in
unmittelbarer Nähe der „Neuen Flörsheimer Warte“.
Der 1996 neu rekonstruierte Turm an dem geografisch interessanten
Punkt in Wicker, dem Tor zum Rheingau, ist ein beliebtes Ausflugsziel,
unmittelbar am "Weinlaubengang" und an der "Apfelweinroute"
gelegen. Man hat einen schönen Blick über das Wickersbachtal
vom Hunsrück bis zum Taunus.
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Auch der Weinanbau hat hier Tradition. Die
Weinbergslage "Wickerer Stein", am Zugang zur Flörsheimer
Warte, wurde erstmals 1281 erwähnt. Viele Informationstafeln
erzählen die Geschichte der Region und die des Weines, des
Rieslings und des blauen Spätburgunders, der auch hier angebaut
wird.
In unmittelbarer Nähe der Flörsheimer Warte steht die
1928 erbaute
"Kriegergedächtniskapelle".
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