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Mariannenaue, die größte Rheininsel

Geschichte der Insel Mariannenaue

Vor etwa 10.000 Jahren entstand die Insel durch Kalkfelsen, die von Gletschern aus den bayerischen Alpen im Flussbett abgelagert wurden.
Im 9. Jahrhundert zählte die Insel Mariannenaue, die früher Ingelheimer Aue hieß, zur fränkischen Krondomäne. Schon Kaiser Karl I der Große (748 - 814) schätzte die Erholung und die besonderen klimatischen Bedingungen der Mariannenaue. Ähnlich wie bei der Bodenseeinsel Mainau herrscht auch hier ein Vegetationsvorsprung von bis zu zwei Wochen zu den umliegenden Gebieten. Marianne von Preußen (geboren 9. 5. 1810 in Berlin, gestorben 29. 5. 1883 in Erbach) erwarb 1855 das am rechten Rheinufer liegende Schloss Reinhartshausen und übernahm dadurch auch die zum Schlosspark gehörende Insel. 1902 wurde die Insel zu Ehren von Prinzessin Marianne auf den Namen Mariannenaue umbenannt. Die Insel ist immer noch ein Teil des Schlossparks und gleichzeitig Bestandteil des europäischen Naturreservats der Rheinauen.

Lage
Im Rhein, Höhe Eltville, gegenüber Schloss Reinhartshausen.
Mariannenaue ist die größte Rheininsel und gehört zum Landkreis Rheingau-Taunus-Kreis im Naturraum Ingelheimer Rheinebene, Oberrheinisches Tiefland.
Rhein-Kilometer 513 - 517

Kurzcharakteristik
Rheininsel, Teile davon intensiv landwirtschaftlich genutzt (Obsthaine, Weinanbau), Stillwasserflächen, Sandbank, schmaler uferbegleitender Waldsaum mit Weich- und Hartholzauen, kleinflächiger Röhrichtbestand.

Größe
Von der Westspitze zur Ostspitze hat die Insel eine Länge von 4,3 Kilometern. Einschließlich der Sandbänke beträgt die Größe insgesamt 84 Hektar.
Etwa 23 Hektar entfallen auf den Weinanbau.

Vegetation
Auenwälder mit Alnus glutinosa und Fraxinus excelsior (Alno-Padion, Alnion incanae, Salicion albae) und mit weitgehend ungestörter Überflutungsdynamik.
Hartholzauenwälder mit Quercus robur, Ulmus laevis, Ulmus minor, Fraxinus excelsior oder Fraxinus angustifolia (Ulmenion minoris) und mit weitgehend ungestörter Überflutungsdynamik.

Fauna
Neben Wildschweinen und Rehen sind hier überwiegend Vögel ansässig, die sich von Fischen ernähren. Dazu zählen Fischreiher, Kormorane und der Schwarzmilan. Aber auch die Kanadische Graugans, der Eisvogel, Singschwan, Fischadler, Gänsesäger und Reiherente zählen zu den wandernden bzw. rastenden Tieren auf der Insel Mariannenaue. Die Insel hat eine überregionale Bedeutung als Trittstein für rastende und überwinternde Wasservogelarten.

Blick von der Insel Mariannenaue in Richtung Eltville-Erbach
Rosenstöcke vor dem alten Gutshof
Urwüchsige Landschaft im Überflutungsgebiet
Blick auf den Rhein
Wald, Wiesen und Wein
Weinanbau auf der Insel Mariannenaue. Im Hintergrund: Hofgut
Mariannenaue, die größte Insel im Rhein

Weinanbau
Der Weinanbau auf der Insel wurde bis ins 9. Jahrhundert nachgewiesen.
Im Ersten Weltkrieg erfolgte der Anbau von Nahrungsmitteln statt des Weines. In den 60er Jahren begann wieder der Weinanbau.
Die Lößbeschichtung in Verbindung mit dem guten Mikroklima bietet ausgezeichnete Bedingungen für den Chardonnay, der seit den 70er Jahren hier angebaut wird. Aber auch Riesling, Weißburgunder und Savignon blanc findet hier die besten Bedingungen.

Gutshof
Der Gutshof, auf dem früher mehrere Familien lebten und die gräfliche Landwirtschaft betrieben, ist heute unbewohnt. In den ehemaligen Stallungen mit den Kreuzgewölben und Säulen finden heute Weinverkostungen statt.

Naturreservat
Mit dem zum Teil über 400 Jahre alten Baumbestand ist die Insel seit 1974 "Europäisches Naturschutzreservat" und geschütztes FFH-Gebiet.

Zutritt zur Insel
Das Betreten der Insel ist nur in Begleitung eines Berechtigten von Schloss Reinhartshausen möglich. Die Zeiten der Besichtigungen erfolgen auch in Absprache mit der zuständigen Naturschutzbehörde.

 

Mariannenaue,
die größte Rheininsel, ein Europäisches Naturreservat und FFH-Gebiet.

Adresse:
Weingut Schloss Reinhartshausen
Hauptstraße 41
65346 Eltville-Erbach

Telefon: 06123-676-333
Telefax: 06123-4222
E-Mail:
service@schloss-reinhartshausen.de

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