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Ober-Olmer Wald
Ökologisches Modellprojekt Konversion

Freizeit- und Naherholungsgebiet
Der etwa 350 Hektar große Ober-Olmer Wald ist das größte zusammenhängende Wald- und Naherholungsgebiet im nördlichen Rheinhessen und besonders wertvoll für den Arten- und Biotopschutz. Zu beobachten gibt es auch viele seltene und gefährdete Tiere und Pflanzen. Dazu zählen Fledermausarten (Braune Langohr, die Bechsteinfledermaus, Fransenfledermaus), Amphibien, Reptilien, Insekten, Säugetiere und verschiedene Vogelarten (Kiebitz, Rebhuhn, Orpheusspötter, Schwarzkehlchen, Neuntöter, Nahrungsgäste wie der Rote und Schwarze Milan sowie Wespen- und Mäusebussard). In dem artenreichen Waldbestand findet man heimische Laubbäume wie Eichen, Buchen, Eschen, Linden, Ahorn sowie die Wildkirsche und die Elsbeere, einen seltenen Wildfruchtbaum. Aber auch verschiedene Gefäßpflanzen, wie Orchideen sowie viele Flechten und Pilzarten sind hier zu finden. Auch die bundesweit vom Aussterben bedrohte Borstige Glockenblume (Campanula cervicaria) ist hier heimisch.
Auch die Vielfalt der hier vorhandenen Schmetterlinge ist erstaunlich.

Infotafeln und Beschilderung weisen die Wege. Für Interessierte werden auch Infos zur geschichtlichen Entwicklung und zum Naturschutz gegeben.

Ökologische Modellprojekt
Nach der Rückgabe der ehemaligen militärisch genutzten Geländes durch die US-Streitkräfte im Jahr 1993 sollte dieses nach dem Willen der Gemeinde Ober-Olm und der Forstverwaltung künftig nur noch Zwecken des Naturschutzes und der Naherholung dienen.

Im Rahmen Konversionsprojektes „Ökologisches Modellprojekt Ober-Olmer Wald“ wurden verschiedene Maßnahmen umgesetzt. Zwischen 1995 und 1998 wurden sämtliche militärische Anlagen abgerissen, die Bunker bis auf zwei für Fledermausquartiere zertrümmert, der Bauschutts und nicht mehr benötigte Straßen und Wege teilweise rückgebaut oder durch Aufreißen entsiegelt und mit unbelasteter Erde aus der Region überdeckt. Die Flächen wurden dem Wald zur Selbstbegrünung und Entwicklung von Wildkrautfluren, Gebüschen und Bäumen überlassen.
6 von 61 untersuchten Flächen waren mit Mineralöl und Kohlenwasserstoffen verunreinigt. 1998 wurden zwei Flächen im Munitionsdepot, 1999 drei Bereiche in der NIKE-Stellung von Altlasten saniert. Bis 2001 musste der Boden teilweise ausgetauscht und die Erde gereinigt werden.
Biotope von Pflanzen und Tiere in unmittelbarer Nachbarschaft zu abzureißenden Objekten wurden während der Bauarbeiten besonders geschützt. So wurden 2.220 Meter Zaun in Handarbeit und nicht maschinell abgebaut.

Kosten
80 % der Kosten hat das Land Rheinland-Pfalz übernommen. An den restlichen 20 % haben sich die Stadt Mainz mit 10 %, die Verbandsgemeinde Nieder-Olm mit 5 % und die Gemeinde Ober-Olm mit 5 % beteiligt. Der Ober-Olmer Wald wird von der Bevölkerung gut angenommen. Seine Umgestaltung ist ein gelungenes Projekt für die Umwelt und unsere Nachfahren.

Geschichte
Ehemals umfasste die zusammenhängende Waldfläche 6.000 Hektar und reichte mit dem Bischofswald, dem Birkenwald und dem Heilig-Geist-Wald bis Ingelheim. Mit Ende des Mainzer Kurstaates 1792 und der Flucht des Kurfürsten nach Aschaffenburg wurde die Stadt Mainz durch Frankreich besetzt und 1797 mit dem Frieden von Campo Formio zusammen mit den linksrheinischen Gebieten ein Teil Frankreichs. 1816 übernahm der Großherzog von Hessen das Gebiet. 1945 wurde das noch 427 Hektar umfassende Gebiet Rheinland-Pfalz zugeordnet und wurde besonders als Schälwald zur Gewinnung von Eichenlohe genutzt.

1951 wurden große Teile von den US-Streitkräften beschlagnahmt und diente fortan als Truppenübungsplatz. 1953 wurde ein Munitionsdepot (Ammunition Storage Oberolmerwald) und 1957 eine Raketenstellung (Wackernheim Maintenance Facility) gebaut.

Beim Abzug der US-Streitkräfte wurden folgende Hinterlassenschaften dokumentiert:
- 99 Gebäude und Munitionsbunker
- 12 Kilometer Zäune (dreifacher Zaun mit Stacheldraht)
- etwa 16 Hektar verdichteter Boden
- etwa 75.000 Quadratmeter versiegelte Flächen
- Bodenverunreinigungen mit Kohlenwasserstoffen im Bereich der Munitionsdepots und der Nike-Raketenstellung.
#Übersichtsplan 1993

Kunst und Natur
Kurz vor der Zerstörung der Bunkeranlagen wurden diese für eine Ausstellung genutzt.

Später ließ die Künstlerin Dörthe Bäumer auf dem ehemaligen Raketenabschussgelände einen Aussichthügel bauen. Die Treppe zum „Hügel der Freundschaft“ ist mit Friedensbotschaften in englischer, französischer, russischer und deutscher Sprache versehen.

Die Kunst-Professorin Ute Bertram (Dortmund) installierte 2002 ihr Projekt US III. „Die Familien".
Sie wählte nach dem Zufallsprinzip aus einer militärischen Karte Häuser in Sibirien, in der Nähe von Moskau, in Kalifornien, Kansas, Kentucky, Thüringen, Nordrhein-Westfalen und Bayern aus. Sie fotografierte und interviewte sie die Bewohner dieser Häuser. So verknüpft sie Menschen, deren Schicksal zu Zeiten des Kalten Krieges anonym über den US-Stützpunkt Ober-Olmer-Wald miteinander verbunden war. Die Ergebnisse sind in Stelen mit Siebdruck auf Glas festgehalten.


Frühjahr
Stele

Beagle Finley
Blick vom Hügel der Freundschaft
Herbst
Bemoost
Bunker
Feuchtbiotop

Lage
Ober-Olm (angrenzend an Mainz-Lerchenberg), Rheinland-Pfalz, Landkreis Mainz-Bingen, Verbandsgemeinde Nieder-Olm
ÖPNV: Buslinie 54, 68, 70 und 90 (Haltestelle Hebbelstraße)
Pkw: Wanderparkplätze und Forsthaus Ober-Olm

Parkplätze:
- Lerchenberg-Süd, Bürgerhaus
- Lerchenberg-Nord, Draiser Eck
- Ober-Olm, Große Rondellschneise
- Ober-Olm, Forsthaus Ober-Olmer Wald, über die L 426 und L 427

Radfahren:
Erlaubt auf Wegen, die breiter als 2 Meter sind

Wandern / Spaziergänge:
Gut beschildertes etwa 25 Km langes Wegenetz

Sport
Für Läufer und Jogger sind Strecken von 5 und 10 Km ausgeschildert

Angeleint erlaubt

Reiten
Erlaubt auf dem ausgewiesenen Reitwegenetz

Eintritt frei


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Jürgen Koch
Am Wald 14
55270 Ober-Olm
Tel.: 06131/73886
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