Büchnerhaus
Museum Groß-Gerau
Handwerksmuseum
Museum Rüsselsheim
Museum Mörfelden
Museum Walldorf
Zeppelinmuseum
Fastnachtsmuseum
Altes E-Werk
Maria Einsiedel
Laurentius Kirche
Hüttenkirche
Jüdischer Friedhof GG
Alte Synagoge
Gedenkstein Kornsand
Lehrpfad KZ Walldorf
Film "Die Rollbahn"
Jagdschloß Mönchbruch
Dornberger Schloß
Route Industriekultur
Opel-Werke
Opel-Villen
Festung Rüsselsheim
Erdöl im Ried
Ortsbild Groß-Gerau
Europatage GG
Zuckerfabrik
Förderverein Masatepe
Kino Lichtblick
Luminale 2004
Flughafen Frankfurt
Airbus A380 in FRA
Dornier DO24-ATT
Rhein Main Air Base
Luftbrücke 1948/1949
Waldcamp Hüttendorf
 
Gedenkstein am Kornsand

Ein 1954 errichteter Gedenkstein am Kornsand erinnert an die Ermordung von sechs Personen.
Die Inschrift lautet:

21. März 1945
Im Anblick ihrer Heimat
wurden hier schuldlos erschossen:
Eberhardt Georg, Nierstein
Eller Cerry, Nierstein
Eller Johann, Nierstein
Lerch Nikolaus, Nierstein
Schuch Jakob, Nierstein
Gruber Rudolf, Oppenheim
Den
Toten zum Gedächtnis!
Den Lebenden zur Mahnung!
Damit, was hier geschah,
sich nie wiederhole.

Die sechs Personen (ausgenommen Gruber), es handelte sich um Sozialdemokraten, Kommunisten und um eine Frau jüdischer Abstammung, waren schon während der Zeit des Faschismus verfolgt und vorübergehend eingesperrt gewesen. Sie wurden am 18. März 1945 wegen "Aufwiegelei" festgenommen, der NSDAP in Darmstadt überstellt und am Morgen des 21. März wieder entlassen. Als sie mit der Fähre am Kornsand übersetzen wollten, erfuhren sie, dass diese beschlagnahmt war. Daraufhin wollten sie mit einem Nachen den Rhein überqueren, um nach Hause zu gelangen. Sie gingen zurück auf der Fähre, wo sie erneut verhaftet und abgeführt wurden. Daran waren Alfred Schniering, ehemaliger Leiter der NS-Gauschule, die Leutnante Hans Kaiser und Heinrich Funk sowie Georg Ludwig Bittel, Ortsgruppenleiter der NSDAP, beteiligt. Gruber wurde von Schniering der Fahnenflucht bezichtigt und ebenfalls am 21. März 1945 auf dem Kornsand verhaftet. Nach einem in einer Wirtschaft durchgeführten "Verhör" wurden die Personen zu der in der Nähe gelegenen Flak-Stellung getrieben (nebenstehendes Foto vom 23. März 1945 zeigt eine Luftaufnahme dieser Flakstellung). Dort suchte Schniering vergeblich nach Freiwilligen für ein Erschießungskommando. Danach wurden die Unglücklichen nochmals etwa 100 Meter von der Flak-Stellung weg auf das Feld getrieben und brutal misshandelt.

Anschließend mussten sie ihre eigenen Gräber ausheben. Danach wurde wieder nach Freiwilligen für die Erschießung unter den Flaksoldaten gesucht. Diese lehnten erneut ab. Leutnant Kaiser übernahm schließlich die Erschießung der sechs Todgeweihten. Diese mussten sich der Reihe nach vor den von ihnen selbst ausgehobenen Gräbern aufstellen und wurden, im Anblick ihrer Heimat, schuldlos und unmittelbar vor dem Ende des Krieges, erschossen.

Kornsand: Luftbild vom 23. März 1945
Flakstellung, Luftbild vom 23. März 1945
Gedenkstein am Kornsand
Gedenktafel mit den Namen der Ermordeten


Am 21. März 1945 standen US-Panzerspitzen
vor Ingelheim und Nieder-Olm.
Am 7. und 8. Mai 1945 kapitulierten die Nazis vor den Alliierten.

Im Sommer 1945 wurden die Leichen der Ermordeten auf die Friedhöfe in Nierstein
und Oppenheim überführt.

Das Urteil (1949):
Schnierung erhielt wegen Verbrechens
gegen die Menschlichkeit lebenslänglich
Zuchthaus und Ehrverlust.
Kaiser (zum Zeitpunkt der Tat 18 Jahre alt) wurde zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt. Bittel wurde freigesprochen.

 

 

Gedenkstein
am Kornsand

Fotostrecke von der Gedenkstunde 2007

Siehe auch:
Verbrechen am Kornsand:
www.
kornsandverbrechen.de


Anfahrt:
Folgen Sie ab Geinsheim der L-3094.
Richtung Kornsand.
Vor Erreichen des Kornsandes der Beschilderung zum Gedenkstein folgen.



Literatur: "Im Anblick ihrer Heimat"

Literatur:
"Im Anblick ihrer Heimat"
Unterrichtsmaterial
des Hessisches Institut für Lehrerfortbildung,
Bestell-Nr.
3125/0197A

Siehe auch
Das
Kornsandverbrechen

sowie
Veranstaltungen und
Ausstellungen
zum Thema Kornsandverbrechen


Das könnte Sie auch interessieren:

Ehemalige Synagoge Erfelden

Jüdischer Friedhof
Groß-Gerau

Lehrpfad Walldorf
Film "Die Rollbahn"

Lautentiuskirche Trebur

Hüttenkirche Walldorf

© APIS - Frankfurter Str. 74 - 64521 Groß-Gerau