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Ein 1954 errichteter Gedenkstein am Kornsand erinnert
an die Ermordung von sechs Personen.
Die Inschrift lautet:
21. März 1945
Im Anblick ihrer Heimat
wurden hier schuldlos erschossen: Eberhardt Georg, Nierstein
Eller Cerry, Nierstein
Eller Johann, Nierstein
Lerch Nikolaus, Nierstein
Schuch Jakob, Nierstein
Gruber Rudolf, Oppenheim
Den Toten zum Gedächtnis!
Den Lebenden zur Mahnung!
Damit, was hier geschah,
sich nie wiederhole.
Die sechs Personen (ausgenommen Gruber), es handelte sich um Sozialdemokraten,
Kommunisten und um eine Frau jüdischer Abstammung, waren
schon während der Zeit des Faschismus verfolgt und vorübergehend
eingesperrt gewesen. Sie wurden am 18. März 1945 wegen "Aufwiegelei"
festgenommen, der NSDAP in Darmstadt überstellt und am Morgen
des 21. März wieder entlassen. Als sie mit der Fähre
am Kornsand übersetzen wollten,
erfuhren sie, dass diese beschlagnahmt war. Daraufhin wollten
sie mit einem Nachen den Rhein überqueren, um nach Hause
zu gelangen. Sie gingen zurück auf der Fähre,
wo sie erneut verhaftet und abgeführt wurden. Daran waren
Alfred Schniering, ehemaliger Leiter der NS-Gauschule, die Leutnante Hans Kaiser und Heinrich Funk sowie Georg Ludwig Bittel, Ortsgruppenleiter der
NSDAP, beteiligt. Gruber wurde von Schniering der Fahnenflucht bezichtigt und ebenfalls am 21. März 1945 auf dem Kornsand verhaftet. Nach einem in einer Wirtschaft durchgeführten "Verhör" wurden die Personen zu der in der
Nähe gelegenen Flak-Stellung getrieben (nebenstehendes Foto vom 23. März 1945 zeigt eine Luftaufnahme dieser Flakstellung). Dort suchte Schniering
vergeblich nach Freiwilligen für ein Erschießungskommando.
Danach wurden die Unglücklichen nochmals etwa 100 Meter von
der Flak-Stellung weg auf das Feld getrieben und brutal misshandelt.
Anschließend mussten sie ihre eigenen Gräber ausheben. Danach wurde wieder nach Freiwilligen für die Erschießung unter den Flaksoldaten gesucht. Diese lehnten erneut ab. Leutnant Kaiser übernahm schließlich die Erschießung der sechs Todgeweihten. Diese mussten sich der Reihe nach vor den von ihnen selbst ausgehobenen Gräbern aufstellen und wurden, im Anblick ihrer Heimat, schuldlos und unmittelbar vor dem Ende des Krieges, erschossen.
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