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Laurentius Kirche in Trebur

Die Geschichte dieser barocken Pfarrkirche in Trebur lässt sich bis in das 9. Jahrhundert zurück verfolgen. Sie steht auf den Fundamenten einer Pfalzkapelle. Bei Ausgrabungen wurde festgestellt, dass es sich ursprünglich um eine Basilika mit drei Schiffen, einer westlichen Vorhalle und einem östlichen Querhaus gehandelt hatte. Nach einer Umgestaltung im Spätmittelalter folgte im 17. Jahrhundert ein weiterer Umbau. Der Pfarrer und Kirchenbaumeister Johann Konrad Lichtenberg gestaltete zwischen 1748 und 1752 die Kirche vollkommen neu um.

Historisch bedingt, wurden alle Orgeln der Laurentiuskirche von der Gemeinde Trebur beschafft. Deswegen befinden sich auch alle Verträge und Rechnungen im Archiv der Gemeinde. Dies gilt auch für die noch heute voll funktionstüchtige Dreymann-Orgel.

Dreymann wurde 1788 in Beckum in Westfalen als Sohn eines Orgelbauers und Organisten geboren, der ihn auch später zum Gesellen ausbildete. Nach seinen Lehr- und Wanderjahren ließ er sich 1821 in Mainz nieder und übernahm den Betrieb eines verstorbenen Orgelbauers. 1837 begann er Verhandlungen mit der Gemeinde Trebur über den Bau einer neuen Orgel, die 1842 mit der Vertragsunterzeichnung abgeschlossen wurden. Der erste Kostenvoranschlag belief sich auf 2.985 Gulden. Letztendlich waren die Kosten um 515 Gulden höher als ursprünglich vorgesehen.

Am 27. April 1844 wurde die Orgel festlich eingeweiht. Die neue Orgel erregte bei den Fachleuten Aufsehen. Georg Thurn, „Großherzoglicher Kammermusikus und Organist der Stadt- und Militair-Gemeinde Darmstadt“ bezeichnete am 13. Mai 1844 die Orgel als ein Meisterstück und als Triumph für die Orgelbaukunst.
1997/98 wurde die Orgel restauriert.

Tafel mit Hinweis auf die ehemalige Königspfalz zu Trebur
Dreymann-Orgel
Kirchturm der Laurentiuskirche in Trebur
Eingangstor zum Kirchgarten
Geschichtsträchtiger Torbogen vor der Kirche

Bis auf drei Register ist diese Orgel heute die größte, noch originalgetreu erhaltene Orgel aus der Werkstatt von Bernhard Dreymann.
Die beiden auf den Gehäusetürmen der Orgel sitzenden Posaunenengel waren bereits Bestandteil der von Johann Christian Köhler 1751 erbauten Vorgängerorgel.

Die holzgeschnitzte Lutherfigur mit Schwan ist ein um 1752 geschaffenes Werk des Frankfurter Bildhauers Johann Daniel Schnorr.

Der Marmortaufaltar wurde 1758 gestiftet. Das Gemälde "Der gute Hirte" (um 1750) stammt von Johann Conrad Seekatz.

Laurentius-Kirche Trebur

Anfahrt:
Die Kirche liegt im Ortskern von Trebur.
Obere Pforte 26
Telefon: 06147/3177


Literatur:

Die Orgel in Trebur
Herausgegeben 1997
Von der evangelischen Kirchengemeinde Trebur

Info:
Inschrift auf einer Tafel im Eingangsbereich:
"Hier in diesem Bezirk stand im Mittelalter die bedeutende Königspfalz zu Trebur. Wichtige Reichstage und Synoden wurden hier abgehalten. Fünfzehn Könige und Kaiser weilten hier in der Zeit von 829 bis 1077."

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