Büchnerhaus
Museum Groß-Gerau
Handwerksmuseum
Museum Rüsselsheim
Museum Mörfelden
Museum Walldorf
Zeppelinmuseum
Fastnachtsmuseum
Altes E-Werk
Maria Einsiedel
Laurentius Kirche
Hüttenkirche
Jüdischer Friedhof GG
Alte Synagoge
Gedenkstein Kornsand
Lehrpfad KZ Walldorf
Film "Die Rollbahn"
Jagdschloß Mönchbruch
Dornberger Schloß
Route Industriekultur
Opel-Werke
Opel-Villen
Festung Rüsselsheim
Erdöl im Ried
Ortsbild Groß-Gerau
Europatage GG
Zuckerfabrik
Förderverein Masatepe
Kino Lichtblick
Luminale 2004
Flughafen Frankfurt
Airbus A380 in FRA
Dornier DO24-ATT
Rhein Main Air Base
Luftbrücke 1948/1949
Waldcamp Hüttendorf
 
Jüdischer Friedhof Groß-Gerau

Halacha
Nach dem jüdischen Religionsgesetz, der so genannte Halacha, sind jüdische Friedhöfe für die Ewigkeit angelegt. Sie sollen und dürfen nicht beseitigt werden. Wenn die Grabsteine gesetzt sind, darf auch daran nichts mehr verändert werden, selbst wenn sie umstürzen. Im Hebräischen wird der Friedhof auch als "Haus des Lebens" genannt oder als "Guter Ort" bezeichnet.

Die hebräischen Grabinschriften sind heute meist die einzigen noch existierenden Zeugnisse des "alten" Judentums.

Geschichte
Im 12. oder 13. Jahrhundert wurde der erste jüdische Friedhof in Groß- Gerau im Bereich der heutigen Berliner Straße zwischen dem Grünen Weg und der Hermann-Löns-Straße angelegt.

Im Bereich Darmstädter- und Berliner Straße entstand 30 Ellen vor dem Burggraben 1632 der zweite jüdische Friedhof. Erweiterungen erfolgten in den Jahren 1648, 1659 und 1703.

1841 wurde der dritte - heute noch erhaltene Friedhof -erbaut. Genutzt wurde er vom jüdischen Friedhofsverband als Beerdigungsstätte für 18 jüdische Gemeinden, die im Bereich zwischen Frankfurt, Wiesbaden, Rüsselsheim, Mainz und Darmstadt lagen.

Entgegen der jüdischen Tradition mussten 1936 die ersten und zweiten Friedhöfe geräumt werden. Das Gelände wurde für die Erweiterung des ehemaligen Landratsamtes (gegenüber dem Marktplatz; heute befindet sich hier die Kreissparkasse) benötigt.

Mitglieder der jüdischen Gemeinden im Friedhofsverband führten die Umbettung durch. Darunter war auch der am 18.3.1889 in Königshütte geborene Moritz Goldberger, der in der Mainzer Straße 24 wohnte. Er wurde oft von seinem Sohn Ludwig (geboren 1.8.1919) begleitet.
Bei dem Transport der Skelette wurde ein mit einem schwarzen Tuch bedeckter Karren benutzt. Die erneute Beisetzung erfolgte in einem Massengrab. Eine Gedenktafel erinnert an die widerrechtlich erzwungene Umbettung. Die Inschrift lautet: "Ruhestätte jüdischer Mitbürger aus Groß-Gerau, die während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft widerrechtlich umgebettet wurden."

Moritz Goldberger wurde im KZ Sachsenhausen 1940 ermordet.

Die Leichenhalle auf dem Friedhof wurde während der Reichspogromnacht zerstört.

Kurz darauf wurde das 1931 errichtete Ehrenmal für die jüdischen Gefallenen des Ersten Weltkrieges und mehrere Grabsteine zerstört.

Vollkommen zerstört wurden die beiden älteren Friedhöfe aus dem 13. und 17. Jahrhundert.

Die letzte Beerdigung vor Ende des Zweiten Weltkrieges fand 1938 statt. Es war die von Emma Lehmann (24.4.1893 - 24.6.1938) aus Weiterstadt.

Der 5668 Quadratmeter große Friedhof gehört dem Landesverband der Jüdischen Gemeinden in Hessen.

Ludwig Goldberger
Nach 1945 kehrte nur ein jüdischer Bürger nach Groß-Gerau zurück. Es war Ludwig Goldberger, der 1936 seinen Vater bei dem Transport der ausgegrabenen Toten begleitet hatte. Er starb am 2.1.1996 und wurde auf dem Friedhof, den er so gut kannte und dessen etwa 1200 Gräber er nach seiner Rückkehr gepflegt hatte, beigesetzt.

Grabmale aus verschiedenen Materialien auf dem jüdischen Friedhof in Groß-Gerau
Gräber von Emma Lehmann (1938) und Ludwig Goldberger (1996)
Grabmal aus rotem Sandstein
Grabstein mit hebräischer Inschrift
Grabmale mit Symbolen wie segnende Hände, Levitenkanne und Messer.
Grabsteine aus Main-Neckar-Sandstein sowie aus Granit und Quarzit
Ehrendenkmal für die jüdischen Gefallenen des Ersten Weltkrieges vor dem jüdischen Friedhof in Groß-Gerau

Synagogen
In der Reichspogromnacht von 9. auf den 10. November 1938 wurde die dritte und letzte Synagoge in der Frankfurter Straße, die am 9. September 1892 eingeweiht wurde, von Nazis niedergebrannt. Zuvor hatten schon 134 Juden Groß-Gerau verlassen. Viele jüdische Bürger wurden in die KZ nach Buchenwald und Sachsenhausen deportiert. 1939 wurde die Stadt für "judenfrei" erklärt. Groß-Gerau ist in der Gedenkstätte für Holocaust im "Tal der zerstörten Gemeinden" in Jerusalem verewigt.

Die erste Synagoge wurde im 17. Jahrhundert erbaut und verbrannte während des 30-jährigen Krieges, bei dem auch viele Häuser in Groß-Gerau zerstört oder beschädigt wurden. Die zweite Synagoge entstand 1741 und wurde bis 1892 genutzt.

Zerstörte Sanagogen

Jüdischer Friedhof Groß-Gerau
Theodor-Heuss-Straße

Literatur:
Der Jüdische Friedhof Groß-Gerau

Buch "Der Jüdische Friedhof Groß-Gerau"

Weitere Informationen
erhalten Sie beim
Leiter des Umwelt- und Grünflächenamtes der Stadt Groß-Gerau, Herrn Ulf Kluck,
E-Mail:
ulf.kluck@gross-gerau.de
Telefon: 06152-716274

Wir danken Herrn Kluck für die Führung und die gute Kooperation.


Das könnte Sie auch interessieren:

Ehemalige Synagoge Erfelden

Zerstörte Sanagogen

Lehrpfad Walldorf
Film "Die Rollbahn"

Gedenkstein Kornsand

Lautentiuskirche Trebur

Hüttenkirche Walldorf


© APIS - Frankfurter Str. 74 - 64521 Groß-Gerau