Im 18. Jahrhundert wurde der Lustgarten
der Landgrafen und Großherzöge von Hessen-Darmstadt außerhalb
der Stadtmauern von Darmstadt angelegt. Aus den ehemals separaten
Gärten des Prinz-Georg-Palais und des Pretlackschen Gartens entstand der
Prinz-Georg-Garten als Mittelpunkt ungezwungener Festlichkeiten.
Zwei Weltkriege verursachten erhebliche Schäden. 1934 wurde
auf einem Teil des Gartens ein Hochschulgebäude errichtet.
1980 begannen umfangreiche Nachforschungen über die Entstehungs-
und Entwicklungsgeschichte des Gartens. Der Gartenmeister Stefan
Jagenteufl begann 1993 den Prinz-Georg-Garten neu zu gestalten.
Bevor er anfing, das historisch korrekte Bild von 1780 wieder herzustellen,
besichtigte er die berühmten Gärten in Schönbrunn
bei Wien und den barocken Nutzgarten in Villandry an der Loire.
In dem 1,8 Hektar großen Prinz-Georg-Garten, in dem die Rokoko-Struktur
weitgehend erhalten wurde, erwartet den Besucher heute, zwischen
den Haupt-, Quer- und Längsachsen ein farbenfroher Nutz- und
Ziergarten mit einer Vielfalt und Vielzahl an Pflanzen. In dem Kleinod
sorgen an den Schnittpunkten der Achsen Springbrunnen und ein Kleeblattbrunnen für Abwechslung.
Sonnenuhren zeigen die Tageszeit an. Es sind über 500 Obstbäumchen
und, über das Jahr verteilt, ca. 70.000 Nutzpflanzen, alle
aus eigener Anzucht, zu sehen. Neben kleinen Buchsbäumchen,
Petunien, Hornveilchen und Silberblatt in den Schmuckrabatten, bestechen
die bunten Nutzpflanzen, die exakt in Reihen ausgerichtet, sich
auf das Pretlack’sche Gartenhaus hinziehen. Grüne Salate
wechseln sich ab mit Lollo rosso und Lollo bionda. Der dekorativ
blühende Schnittlauch wächst in Nachbarschaft zur „Köstlichen
von Charneux“, einer Birne- und dem Gravensteiner, einer Apfelsorte.
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Die gelungene Mischung aus Zier- und Nutzpflanzen
macht diesen Garten so anziehend. Ist das Gemüse reif, können
die Besucher es kaufen.
Damals wie heute lädt der Prinz-Georg-Garten zum Ausruhen,
Erholen, Plaudern und Träumen ein. Zwei
Gebäude beherrschen das Bild dieses Gartendenkmals: das 1999
renovierte Prinz-Herzog-Palais mit der großherzoglichen
Porzellansammlung und das Pretlacksche Gartenhaus, die beide um
1710 erbaut wurden.
Die Anlage liegt direkt neben dem Herrngarten und ist mit diesem durch ein Portal verbunden.
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