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Museum Rüsselsheim

Das Stadt- und Industriemuseum der Stadt Rüsselsheim befindet sich innerhalb der spätmittelalterlichen Festung Rüsselsheim, in unmittelbarer Nähe der Opel-Villen.
Das europaweit als Modell bekannt gewordene Museum wurde 1976 eröffnet. Aufgrund seiner neuartigen Ausstellungskonzeption, die erstmals Technik-, Industrie- und Sozialgeschichte im Zusammenhang darstellt, erhielt das Museum 1980 als "gegenwärtig eines der bedeutendsten und einflussreichsten Museen Europas" den Museumspreis des Europarates. Die UNESCO stellte das Rüsselsheimer Museumskonzept in ihrer Zeitschrift "museum" vor.

"Von der Industrialisierung bis 1945"
Von 2011 bis 2013 wurde die Dauerausstellung "Von der Industrialisierung bis 1945" neu konzipiert und am 10.November 2013 wieder eröffnet.

Der Mensch steht weiter im Mittelpunkt. Über eine biographische Linie kann der Besucher einzelnen Schicksalen nachspüren. Schon im Eingangsbereich trifft man Anna, die Schmiedetochter. In ihrem Lebenslauf spiegeln sich die typischen Geschehnisse der damaligen Zeit und die Entwicklung des dörflichen Handwerks bis zum zweiten Drittel des 20. Jahrhunderts.
Die beiden Belegschaftsfotos von 1876 und 1902, die als Museums-Klassiker gelten, sind mit einem Bildschirm hinterlegt. So sind nicht nur die Veränderungen der Arbeitswelt an den Minen dieser Männer abzulesen. Der Besucher kann auch den weiteren Schicksalen nachspüren. Fragen wie "Wie lange waren sie bei Opel beschäftigt?", "Konnten sie sich ein Häuschen bauen?" oder "Wie viel Geld hatten sie ihrer Lohntüte und was konnten sie sich dafür kaufen?"
Es gibt die unterschiedlichsten Objekte zu sehen und zum Anfassen. Formate von der imposanten Dampfmaschine bis zur kleinen Ansteckrosette des Arbeiterradfahrvereins. Manches lässt sich schon über Blickachsen von weitem entdecken, Vieles offenbart sich aber auch erst auf den zweiten Blick. So mancher historischer Schatz wird in Schubladen oder Schränken aufbewahrt. Diese darf der Besucher selbstverständlich öffnen. Auch ist er aufgefordert, ein historisches Opel-Fahrzeug virtuell zu starten, mit einer Kurbel die Medienstation zur Wagnerwerkstatt in Schwung zu bringen, Lebensläufe zu erforschen oder über stilisierte Hände zusätzliche schriftliche oder filmische Informationen abrufen.
Auch durch die vielen interaktiven Möglichkeiten wird das Museum zu einem Erlebnis. Hands on, minds on - die Prinzipien der Mitmachausstellungen sind auch auf die Dauerausstellung übertragen. Überall dort wurden auch neuen Medien eingesetzt, wo sie die Objekte in ihrer Wirkung zu unterstützten.

Gliederung der Ausstellung
Die Ausstellung mischt die so genannten harten Themen mit weichen Abschnitten, große Linien der Geschichte sind mit kleinen gelebten Geschichten vor Ort gemischt.
Im Zentrum der Eingangsinszenierung steht ein Amboss vor einer Glaswand, auf der unterschiedliche Hämmer montiert sind, die zunächst nur schemenhaft zu erkennen sind. Das Schmiedehandwerk ist eines der ersten Handwerke, der Schmied Stammvater zahlreicher Handwerke, in die sich sein Metier ausdifferenziert hat. In dem beweglichen Schattenspiel und sieht der Besucher, wie mit Feuer und Wasser Eisen geformt wird. In einem weiteren Schattenspiel wird dargestellt, wie drei Arbeiter an einem Fließband immer wieder die gleichen Bewegungen ausführen. Kolben um Kolben wird eingebaut, Schraube um Schraube festgedreht und Motorblock um Motorblock eingesetzt. Hier wird der Bogen vom Handwerk hin zur Industrialisierung gespannt. Dazwischen verändert sich die Arbeitswelt Stück um Stück. Von den ersten Manufakturen über die erste Fabrik in Rüsselsheim. die Anfänge der Fabrikation von Nähmaschinen, die Fahrrad und Automobilfabrikation bis zur Massenfabrikation des 20. Jahrhundert. Der Besucher kann dem Weg vom Dorf zur Stadt über die Themeninseln Konsum und Versorgung, Pendler und Verkehr, Bauen und Wohnen bis hin zur städtischen Infrastruktur folgen. Die Entwicklungen von Stadt und Industrie bedingten sich gegenseitig.

Architektur
Die Ausstellungsarchitektur (Büro Exposition) passt sich anschmiegsam in das robuste Festungsgebäude, ohne sich an das historische Gemäuer anzubiedern. Sie übt Zurückhaltung, wirkt unterstützend und bietet den Objekten den optimalen Rahmen. Immer wieder wird der Blick auf die robusten Mauern freigegeben. Der Raum ist so in Themeninseln gegliedert, lässt aber auch Platz für Blickachsen.

Beteiligung der Bevölkerung
Das Interesse an der Arbeit für die neue Ausstellung war in der Rüsselsheimer Bevölkerung groß. Viele engagierten sich und fanden sich bereit, an den vom Museum ausgerufenen Interviewprojekten teilzunehmen und auch über zum Teil sehr schmerzhafte Erinnerungen zu sprechen. Auch wurden viele "Familienschätze" den Kuratoren überlassen.
Viele Rüsselsheimer und Rüsselsheimerinnen brachten ihre Erinnerungen, Familiengeschichten und persönlichen Objekte ein. Tatkräftige Unterstützung kam von Vereinen, Sammlern und Sammlerinnen. So etwa sang der traditionsreiche Rüsselsheimer Volkschor für eine Hörstation die "8-Stunden-Marseillaise" ein.

Sanierung des Südflügels
Der Neukonzeption vorausgegangen war eine grundlegende Sanierung des Südflügels. Energetische Modernisierung, das Freilegen des historischen Mauerwerks im Innern, die Öffnung des imposanten Dachraums zur Ausstellungsfläche und der barrierefreie Zugang aller Bereiche gehören zu den Erfolgen des Umbaus.

Weiteres Vorgehen
In einem der nächsten Schritte wird für das Obergeschoss des Südflügels die nächste Abteilung der Dauerausstellung geplant und umgesetzt. Es geht um die mittelalterliche und frühneuzeitliche Geschichte von Dorf und Festung Rüsselsheim





Veranstaltungen
Im Stadt- und Industriemuseum Rüsselsheim werden auch Stadtführungen und Führungen durch den spätromantischen
Verna-Park am Mainufer angeboten. Für Lehrerinnen und Lehrer, die für ihre Schüler Geschichte erlebbar machen wollen, stehen didaktische Handreichungen und ein Arbeitsraum für bis zu 30 Personen zur Verfügung.


Fazit
Die Schau macht mithilfe der Geschichten, die ihren Objekten innewohnen, vergangenes Geschehen sinnlich erleb- und greifbar. Zum Konzept gehört es auch, Biographien von wichtigen Akteuren wie den Opels, aber auch von Arbeiterfamilien, Handwerkern und Widerständlerinnen darzustellen. Geschichte wird konkret nachspürbar.
Durch die interaktiven Elemente, die die Besucher regelrecht zum Mitmachen auffordern, die Ausrichtung der Komponenten nach neuesten museumspadagogischen Erkenntnissen und die logische Anordnung der Exponate nach Epochen macht die Dauerausstellung "Von der Industrialisierung bis 1945" zum Erlebnis.


Dr. Bärbel Maul
Museumsleiterin
Dr. Bärbel Maul, eine Frau mit fundiertem Fachwissen, steht seit Januar 2009 an der Spitze des Rüsselsheimer Stadt- und Industriemuseums. Neben ihrer Berufstätigkeit ist sie Lehrbeauftragte am Pädagogischen Institut der Universität Mainz und an der Bundesakademie für kulturelle Bildung in Wolfenbüttel zu Museumspädagogik.
Bärbel Maul fühlt sich dem Rüsselsheimer Museum schon lange verbunden. In den 80er Jahren war sie auf Honorarbasis als Museumsführerin tätig. Im Rahmen der "Route der Industriekultur" hatte sie auch bereits mit ihrem Vorgänger Dr. Peter Schirmbeck zusammen gearbeitet.


Hohe Anerkennung 2014
Im Rahmen des Museumspreises der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen 2014, der in einem zweijährigen Rhythmus vergeben wird, hat die Preisjury dem Museum einen Sonderpreis zuerkannt. Dieser ist mit 5.000,00 Euro verbunden. Die Jury würdigt damit insbesondere das Museumskonzept, das die Wechselwirkung von Stadt und Industrie, namentlich der Produktionspalette von Opel in den Mittelpunkt seiner Arbeit stellt. Dabei zeigt es in moderner und ansprechender Form die wesentlichen Veränderungen in der industriellen Fertigung im 19. und 20. Jahrhundert und deren Auswirkungen auf das soziale und politische Leben in Rüsselsheim. Es gelingt dem Museum, Angebote zu schaffen, die es Bürgerinnen und Bürgern ermöglichen, eigenen Spuren in der Stadtgeschichte nachzuspüren und gesellschaftliche wie kommunale Gestaltungsmöglichkeiten zu erkennen.


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Kletterpark im Ostpark

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Weinberg

Bunker Rüsselsheim

Stadt- und Industriemuseum Rüsselsheim
Hauptmann-Scheuermann-Weg 4
Rüsselsheim
(in der Festung Rüsselsheim)
Tel.: 06142/832950
E-Mail

Öffnungszeiten:
Di. - Fr.:
9 - 13 Uhr und
14 - 17 Uhr;
Sa. und So.:
10 - 17 Uhr.


Eintritt:
Erwachsene: 3,50 €;
Kinder und Jugendliche (6-18 J.): 2 €;
Gruppen (bis max. 25 Pers.) 50€
Familienkarte 8€
(bis vier Personen, jede weitere Person zuzüglich:
1€ für Kinder, 2€ für Erwachsene)
Jeden ersten Samstags im Monat: Eintritt frei


Anfahrt:
Folgen Sie in Rüsselsheim der Beschilderung zur Stadtmitte und Festung.

RMV:
Bus 1 und 2

Bahn:
Frankfurt - Mainz
(S 8)
Entfernung vom Bahnhof: ca. 10 Gehminuten.



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